Korrekte EntscheidungGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies , Thinking versus Believing | Freitag, 13. Juli 2007 |
Was ich damit meine? Nun, der Münchner Stadtrat kommt am 18. Juli zusammen und will entscheiden, ob er die Meiserstraße, benannt nach dem ehemaligen ev. Landesbischof Hans Meiser, umbenennen sollte. Eine Mehrheit dafür gilt als sicher.
Wieso will der Stadtrat das tun? Nun, Meiser war zwar, wie die Protestanten, die dagegen sogar klagen wollen, herausstellen, einer, der dafür sorgte, die Kirche zu erhalten. Aber Meiser war auch ein bekennender Antisemit, der die Juden als das Übel ausgemacht hatte. Und der Münchner Stadtrat handelt, wie es eigentlich alle Staatsmacht handeln sollte: Weltanschaulich neutral. Ja, natürlich, die evangelische Kirche sieht eine Hetzjagd auf die armen Protestanten darin. Aber das ist nicht der Fall: Wenn Landesbischof Friedrich selbst eingesteht, dass er heute keine Straße neu nach Meiser benennen würde, dann erklärt er damit ziemlich deutlich, dass er selbst die Person Meiser eben nicht ganz so positiv sieht, wie er zu glauben machen will. Der Münchner Stadtrat, bzw. seine rot-grüne Mehrheit, hat erkannt, dass Meisers Dienste für die Kirche eben solche für die Kirche waren und nicht primär welche für alle, er dagegen durch seinen Judenhass, seiner Weigerung, verfolgten Juden zu helfen und seinen Schutz für deutsche Kriegsverbrecher, sich zutiefst menschenverachtend verhalten hat und dass einem solchen Mann keine Straße gewidmet sein darf. Nürnberg hat es vorgemacht. Es täte der evangelischen Kirche gut, dies einzugestehen, anstatt mit Klagen zu drohen, nur weil sie ihre Adresse ändern müsste... Neutrale Diskussionen a la LMUGeschrieben von SoWhy in Learning by studying , Ready for the real life? , Thinking versus Believing | Dienstag, 10. Juli 2007 |
Die katholische, die evangelische und die juristische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität laden am 16. Juli zu einem sog. Lichthofgespräch mit Bundesjustizministerin Brigitte Zypries ein. Thema: "Religion und Demokratie - unzertrennbar oder unvereinbar?" Während jeder Kenner der Kirchengeschichte automatisch letzteres sagen würde, bin ich mir nicht so sicher, dass das auch das Ergebnis dieses Gesprächs sein wird. Neben der Genossin Zypries, deren religiöse Hintergründe mir nicht bekannt sind (die aber sicherlich in diesem Land nicht offen atheistisch/agnostisch sein dürften - man kläre mich auf, falls ich mich irre), nehmen daran teil: Der Studiendekan der juristischen Fakultät, Dr. Ulrich Schroth sowie Professor Dr. Konrad Hilpert, der Dekan der Katholiken und ein gewisser Matthias Belafi (der Promovend zum Thema "Die Kirche und die Europäische Verfassung" ist) teil. Auffällig ist allein schon, dass die Moderation von Mitgliedern der evangelischen Fakultät übernommen wird und nicht von Neutralen. Auch, dass kein Vertreter der Gegenseite, wie dem IBKA oder dem bfg geladen wurde, sondern nur Juristen oder Kirchenfreunde (von Herrn Belafi abgesehen, dessen Haltung nicht klar erscheint).
Doch auch die Fragestellung ist schon entlarvend wertend und subjektiv. Ich zitiere: Spiegelte bisher das deutsche Recht als auch die Gesellschaftspolitik maßgeblich die kulturell vermittelte und historisch verwurzelte christliche Werteüberzeugung wider (Tat sie das? Pure Behauptung und wie bekannt, falsch.), stellt die fortschreitende Europäisierung und die damit zunehmende religiöse Vielfalt in unserem Land dies in Frage (Fehlschluss aufgrund falscher Prämisse). Eignet sich die Religion länger als einzige oder zumindest vorrangige Quelle unserer Gesellschaftswerte? (Die Frage ist eher: Hat sie sich das jemals?) Ist es nicht vielmehr das Recht selbst, das Wertemaßstab, Garant und Grundlage unserer Gesellschaftspolitik ist? Ist ein Gottesbezug in der deutschen und der europäischen Verfassung zeitgemäß? Eine wissenschaftlich fundierte (i.e. obige Behauptungen stützende) und spannende Podiumsdiskussion verspricht, zur Klärung dieser Fragen beizutragen. In Anschluss wird Gelegenheit für eine Diskussion (Moderiert von Vertretern der einen Seite!) im Plenum gegeben. Zum Lichthofgespräch im AudiMax der LMU (Geschwister-Scholl-Platz 1) sind Sie herzlich eingeladen. Ich überlege mir noch, ob ich da hingehen soll, denn die Wahrscheinlichkeit, dass eine wirklich neutrale Diskussion möglich sein wird, halte ich für relativ gering. Bei den Ausgangspositionen! Aber das ist wohl das, was man hierzulande als neutrale Diskussion ohne jegliche Voreingenommenheit versteht. Ich stelle an dieser Stelle mal folgende Prophezeiungen an dazu: 1.) alle werden mehr oder minder sagen, wie toll doch die Kirche sei, 2.) werden sicher einige, wenn nicht alle die Behauptung wiederholen, die Grund- und Menschenrechte seien Ausfluss des "christlichen" Menschenbildes, 3.) wenn ich teilnehme und kritische Fragen stellen sollte, werde ich Worthülsen und Phrasen kriegen. Aber das war gestern beim Beckstein nicht anders... Mormonen am Nachmittag...Geschrieben von SoWhy in Thinking versus Believing | Samstag, 23. Juni 2007 |
Die Zeugen Jehovas haben mich ja leider verlassen und kommen nicht mehr, aber heute hatte ich eine andere Spezies Christen vor der Tür: Mormonen! Die wollten mich, 3 Mann stark, überzeugen, wie toll es doch sei, ihrer Kirche beizutreten und wie toll ihr Gott doch sei. Ich hab mir nen Spaß daraus gemacht, etwas unwissend zu scheinen und tatsächlich interessiert, leider haben sie den Braten irgendwann gerochen, nachdem ich immer wieder "Warum?" gefragt hab. Aber sie haben mir ein "Buch Mormon" geschenkt, was ich genommen hab, um zu verhindern, dass sie es jmd geben, der den Mist wirklich glauben könnte.
Schwer ist in solchen Fällen nur, nicht lauthals loszulachen. Das hab ich dann sobald ich wieder in der Wohnung war. Erfrischende Abwechslung ^^ Ethik > ReligionGeschrieben von SoWhy in Law & Nonsense , Politik for Dummies , Thinking versus Believing | Freitag, 20. April 2007 |
Das Bundesverfassungsgericht ist nicht immer ein Haufen Wahnsinniger, die mit dem Grundgesetz machen was sie wollen, wie manch ein Dozent einem weiß machen möchte. Hin und wieder beweisen sie auch gerade zu unerschütterliche Grundgesetz-Anwendung, die sich auch gegen die Lobby-Interessen durchsetzt.
So auch in diesem Fall: Eine 13-jährige1 hat Verfassungsbeschwerde eingelegt gegen eine Entscheidung des OVG Berlin-Brandenburg, das den von Union und Kirchen heraufbeschworenen Untergang des westlichen Abendlandes durch staatlichen Ethik-Unterricht nicht für gegeben ansah und entschied, dass diese junge Dame auch weiterhin Ethik machen müsste. Wenn sie Religion haben wolle, habe sie ja die Möglichkeit das freiwillig zu belegen. Nun ist Berlin anderen Großstädten darin überlegen, dass Christen dort nur noch eine Minderheit darstellen, die Lobby-Einflüsse der beiden christlichen Groß Dagegen liefen, wie solle es anders sein, die Großkirchen und ihre (in Berlin schwachen) Schergen der CDU Sturm. Der Staat sei ja gar nicht in der Lage Werte zu vermitteln, schrien sie. Wegen Ethik nahm die Zahl der Teilnehmer um ein Drittel ab! Für ersteres gibt es keinen Beleg, im Gegenteil, es wird damit argumentiert, dass Religion und Ethik sich widersprächen würden! Das allein würde ja schon reichen, um die Argumentation der Christen als Schwachsinn zu enthüllen. Die Tatsache, dass ein Rückgang im Religionsunterricht beweist, dass ein Interesse einfach nicht besteht, ist ebenfalls ein klassisches Eigentor! Die Klägerin (bzw. ihre Eltern) wollte durchsetzen, dass eine kleine Gruppe (ca. 30%) sich ausklinken kann und diese Gruppe andere Werte vermittelt bekommt (offensichtlich ist Toleranz nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar) als alle anderen. Das, was Unions-Politiker in Sonntagsreden immer beklagen, wenn es um muslimische Sonderregeln geht, wollen eben die selben für Christen als verfassungsrechtlich verbrieft einklagen. Dieser Logik hat das Bundesverfassungsgericht zu Recht eine Absage erteilt, indem sie die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung annahmen. Es gibt nun mal kein grundgesetzlich verbrieftes Recht auf christliche Sonderwege. Auch wenn man das selten glauben mag. 1 Welche Ahnung 13-jährige von Verfassungsbeschwerden haben, ist mir nicht ganz klar. Ich nehme an, der Verdacht ist berechtigt, dass sie nur Werkzeug ihrer Eltern war. 2 Sicherlich besser als im Unterricht einer Religion, die von ihrer Basis her schon zur Intoleranz angelebt ist. Da kann Matthias Dobrinski in der SZ noch so viele Loblieder auf die Religionen singen. Der Staatspapst. Oder: Es besteht keine Staatskirche VIIGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies , Thinking versus Believing | Dienstag, 27. März 2007 |
Es ist mal wieder an der Zeit, den Art. 137 der Weimarer Verfassung ins Gedächtnis zu rufen, welcher ja über Art. 140 GG Teil des Grundgesetzes ist und damit Verfassungsrang genießt. Dort heißt es im ersten Absatz sehr schlicht und einfach: "Es besteht keine Staatskirche." Was das bedeuten soll? Offensichtlich nicht, dass nicht trotzdem eine Religionsgemeinschaft von dieser Bundesrepublik bevorzugt werden darf. Aktuelles Beispiel: Das Bundesfinanzministerium hat beschlossen, weil mal wieder ein Deutscher oberster Medizinmann der katholischen Kirche ist, eine Briefmarke zu seinen Ehren herauszugeben. Das ist normalerweise bei lebenden Personen nicht gestattet (Ausnahme: Bundespräsidenten), aber das bedeutet nicht, dass er gestorben wäre (was manche sich wohl eher wünschen würden), sondern dass dem Ministerium die Grundsätze in diesem Fall einfach egal sind. Denn der Papst wird aus irgendwelchen Gründen von diesem nicht als das gesehen, was er ist: Nämlich ein Oberhaupt einer Kirche. Offensichtlich hat das Ministerium sich von der BILD anstecken lassen und ihrer "Wir sind Papst"-Mentalität anstatt mal das Grundgesetz zu lesen. Ich hab nämlich sehr wohl ein Problem damit, wenn auch mit meinen Steuergeldern eine Huldigung auf diesen Mann entworfen und vertrieben wird. Es besteht vllt. keine Staatskirche mehr, aber offensichtlich ein Staatspapst. Ein schlechter Tausch.
Vom Beichten und RatschenGeschrieben von SoWhy in Law & Nonsense , Thinking versus Believing | Mittwoch, 31. Januar 2007 |
Das Bundesverfassungsgericht hat, in einer sehr guten Entscheidung, eine Verfassungsbeschwerde eines Gefängnisseelsorgers gegen Beugehaft, die ihn zur Aussage zwingen sollte, abgewiesen. Zu Recht, anders als Heribert Prantl es heute in der SZ darstellt, haben die ablehnenden Richter erkannt, dass das Recht aus §53 I Nr. 1 StPO, so schön und gut es sein mag, nicht schrankenlos für alles gelten könne, was ein Gefangener einem dieser Seelsorger mitteilt. Wenn ein Gefangener einen dieser Leute aber bittet, ihm, wie in diesem Fall, vollkommen weltliche Informationen zu besorgen (im Internet), so kann dies nicht damit gerechtfertigt werden, dass eine Aussage ihm in seiner Eigenschaft als Seelsorger anvertraut wurde. Anders als Herr Prantl argumentiert, muss der Staat sehr wohl begrenzen, wie weit die Tätigkeit eines Seelsorgers gehe, anderweitig könnte jeder Priester immer darauf berufen, weil Priester ist er auch außerhalb des Beichtstuhls.
Abgestellt werden muss auf die Frage, ob der Gefangene es vom Seelsorger erbeten hat, weil dieser ein solcher ist oder nur um diese Informationen zu bekommen. Ist Letzteres der Fall, was hier anzunehmen ist, weil wohl auch ein anderer Besucher, soweit der Gefangene ihm vertraut hätte, damit "beauftragt" worden wäre, so kann es nicht in den Bereich der Seelsorge fallen, sondern dann ist es eine Gefälligkeit, die halt zufällig ein Seelsorger geleistet hat. Ihn dafür zu bevorzugen, dass er diesen Status hat, entspricht nicht dem Sinn des Zeugnisverweigerungsrechtes aus §53 I Nr. 1 StPO. Göttliche Unterhaltung bei YouTubeGeschrieben von SoWhy in Thinking versus Believing | Sonntag, 28. Januar 2007 |
Bei Thomas gefunden, zwei sehr witzige Serien auf YouTube, was mal wieder beweist, dass das konventionelle Fernsehen den neuen Medien etwas hinterherhinkt:
Viel Vergnügen ;-) Bayerische ReligionsfreiheitGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies , Thinking versus Believing | Montag, 15. Januar 2007 |
Mal wieder beweist das bayerische Verfassungsgericht, wie Recht Heribert Prantl hatte, als er zum 60jährigen Jubiläum der bayerischen Verfassung ein unabhängiges Verfassungsgericht forderte, das nicht CSU-Politik abnicke. Heute hat das eigentlich oberste Gericht des Freistaates, besetzt mit von der CSU ernannten Richtern die nur "halbtags" am Verfassungsgericht arbeiten, mal wieder bewiesen, dass es, wenn es mal die Verfassung bewahren könnte, doch lieber handzahm bleibt. Streitgegenstand: Das bayerische Kopftuchverbot.
Während ein Richter in Baden-Württemberg ganz korrekt erkannt hat, dass ein solches Gesetz nicht einseitig gegen muslimische Lehrerinnen gehen darf, hat das bayerische Verfassungsgericht eine entsprechende Klage abgelehnt. Eine muslimische Gemeinschaft hat dagegen geklagt gehabt, dass Nonnen weiterhin in Ordenstracht unterrichten dürfen, Musliminnen aber nicht im Kopftuch. Nun wäre ich für dieses Gesetz, wenn es allen Religionen gleich welcher Art religiöse Symbole verbieten würde. Doch wenn es einzig und allein zur Diskriminierung einer Minderheit durch die vorherrschende Religion dient, so muss ich trotz aller persönlichen Vorbehalte gegen diese Religionen, auf der Seite des Rechts Stellung beziehen. Die von der Staatsregierung vorgebrachten "Argumente" für das Kopftuchverbot, denen das Verfassungsgericht gefolgt zu sein scheint, sind geradezu lächerlich: Das Kopftuch könne als Symbol für islamischen Fundamentalismus verstanden werden. Abgesehen davon, dass die Lehrerinnen dann wohl eher eine "Burka" tragen würden, so kann man auch eine Nonnentracht als Symbol für christlichen Fundamentalismus ansehen und alle Träger von "Lonsdale" Produkten pauschal als Nazis verdächtigen, genauso wie alle Männer mit Glatze. Weiterer Einwand war, dass das Kopftuch der verfassungsrechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau kontraproduktiv wäre: Stimmt...die Ordenstracht entspringt aber der selben chauvinistischen Denkweise. Das Urteil der bayerischen Verfassungsrichter ist eine Schande für die Verfassung, die in Art. 118 keine Bevorzugung des christlichen Glaubens oder seiner Symbole im Rahmen der Gleichbehandlung vorsieht. Eine Einschränkung auf "christlich-abendländische Bildungs- und Kulturwerte" wie es das Gesetz vorsieht, macht dieses Gesetz allein deshalb schon verfassungswidrig, weil er christliche "Werte" über die anderer Religionen erhebt, indem er sie zum Maß und zur Grenze von Verboten macht. Auch der Satz, allein das mögliche (subjektive!) Verstehen der Symbole als verfassungsfeindlich ist gegen alle Prinzipien eines Rechtsstaates, denn er ist unbegrenzt-vage formuliert. Die Tatsache, dass ich ein Kreuz als Symbol für christlichen Fundamentalismus verstehen könnte, würde nach dieser Gesetzgebung ausreichen, das Kreuz zu verbieten, wäre da nicht die vormals erwähnte Bevorzugung des christlichen Glaubens. Es bleibt allen Menschen mit gesunden Rechtsbewusstsein also weiterhin nur auf den Tag zu warten, an dem das bayerische Verfassungsgericht sich als Hüter der Verfassung des Freistaates Bayern präsentiert und nicht als Hüter der Politik der CSU. Antwort an einen Evangelikalen...Geschrieben von SoWhy in Thinking versus Believing | Mittwoch, 3. Januar 2007 |
So blöd, wie man manchmal glauben möchte, sind religiöse Fundamentalisten ja nicht. Was es verführerischer macht und schwache Geister für sie anfällig. Zum Beispiel hat ein solches Subjekt hier einen "Offenen Brief an einen Atheisten" geschrieben. Ohne natürlich Atheismus begriffen zu haben.
Als kleine Argumentations- und Denk-Übung will ich diesen Brief einmal analysieren. Und die Fehler markieren. Vorsicht, das sind einige. (Meine Anmerkungen in rot, ich wollte den Text nicht unsinnig oft teilen). Du bist Atheist. Einzige korrekte Feststellung. Du glaubst, es gibt keinen Gott. Und keinen Weihnachtsmann, keinen Osterhasen, keine Einhörner etc. pp. Du glaubst daher, daß alles von selbst entstanden ist. Und? Der Kosmos entstand Deiner Meinung nach aus einem Urknall, das Leben aus zufällig gemischten chemischen Substanzen auf einem zufällig entstandenen Planeten, der Mensch als Ergebnis einer zufälligen Evolution. Abgesehen davon, dass Evolution nichts mit Zufall zu tun hat, nochmals: Und? Faszinierend oder? So simpel geschrieben, scheinbar logisch und scheinbar überzeugend. Wenn man so einen Text mal kritisch liest, sieht das ganz anders aus... Die falsche Art des AberglaubensGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies , Thinking versus Believing | Donnerstag, 14. Dezember 2006 |
Das Landratsamt München hat vor einiger Zeit einer Abiturientin (mit 1,0) die Aufnahme in den Staatsdienst verweigert, weil sie Zeugin Jehovas ist. Nun beweist das zwei Dinge: 1.) Das Abitur sagt nichts über die Intelligenz eines Menschen aus und 2.) Nicht jede Art von christlichen Aberglauben passt in Bayern den Behörden in den Kram. Nun bin ich sicherlich kein Fan der Zeugen Jehovas, aber ich bin ein gerechter Mensch nichts desto weniger: Wenn der persönliche Glauben keine Rolle spielen darf, dann darf er das bei keinem Bewerber. Und da hat das Landgericht München I, bei dem die oben genannte Bewerberin auf Schadensersatz und Schmerzensgeld geklagt hatte, Recht, wenn es sagt, dass es ein Unding sei, jemanden extra Fragen zu stellen, wie seine Religion wohl den Staatsdienst gefährden könnte und vor allem jemand deshalb abzulehnen. Die Vorsitzende Richterin hat jedoch eine recht komische Ansicht von nicht-Diskriminierung: Bei den Zeugen isses nicht okay, denn die sind eine anerkannte Körperschaft des öffentlichen Rechts - bei Scientologen wäre das anscheinend was anderes. Da muss ich widersprechen: Eingetragen oder nicht, entweder jeder Glaube spielt eine Rolle oder keiner. Nicht nur selektiv je nach gesellschaftlicher Akzeptanz...
"Ein bisschen Gott muss sein..."Geschrieben von SoWhy in Thinking versus Believing | Donnerstag, 7. Dezember 2006 |
Den Amtskirchen laufen die Leute in Scharen davon oder sterben ihnen weg, die Leute wollen nicht mehr in verkrusteten Strukturen festhängen, die der Moderne schon seit Jahren nicht mehr gerecht werden. Aber dennoch wollen sie ein wenig Gott in ihrem Leben oder wenigstens das, was sie für Gott halten. Alte Gewohnheiten haben es immer einfach gegenüber dem Verstand und zu Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen werden die Kuschel-Deisten dann wieder zu Christen, sie wollen was feiern. Und zwar mit Pfarrer, weil das war schon immer so. Ich hab heut in der SZ von gestern gelesen, dass es freie Theologen gibt, die dann für 200-500€ so ein Ritual abziehen, damit die Leute das Gefühl haben, dass alles irgendwie legitim sei und dass der Gott, den sie sich vorstellen, befreit vom christlichen Mief und ohne weitere Definition, sich darüber freut. Ein Markt existiert also für jene, die zwar entdeckt haben, dass Gott für ihr Leben vollkommen unwichtig ist, aber die sich, aus Tradition oder Mitläufertum, zu bestimmten Ereignissen ein kultisches Ritual wünschen. Die Feststellung, dass diese Rituale und Gottesvorstellungen sonst im Leben vollkommen sinnlos sind, ist schon ein guter Anfang. Nur sollte man dann so ehrlich sein und den Schritt ganz gehen. Wer sonst nie einen Pfaffen oder einen Gott braucht, sollte auch zu diesen bestimmten Ereignissen im Leben darauf verzichten. Denn ansonsten ist es eine Doppelmoral. Und ich persönlich verabscheue die Begründungen wie "Des hamma scho imma so gmocht". Wer Traditionen befolgt, weil sie Tradition sind, der lebt einen Zirkelschluss. Und das ist fast schlimmer, als damit zu argumentieren.
56 von 281Geschrieben von SoWhy in Thinking versus Believing | Mittwoch, 6. Dezember 2006 |
Beim Thomas bin ich auf diese Liste gestoßen, nochmals danke für den Link hier. Ich hab in meinem "Wie blöd der Tag doch war"-Post vom Samstag ja geschrieben, dass ich eine "Diskussion" mit einem Fundi-Christen hatte. Und weil ich grad nichts besseres zu tun hab, hab ich mal geguckt, welche der 281 "Tricks um Atheisten zu reizen" dieser Liste von ihm angewendet wurden:
5, 7, 8, 11, 12, 13, 19, 20, 21, 22, 23, 26, 27, 28, 29, 32, 40, 41, 42, 44, 46, 47, 52, 56, 59, 64, 70, 71, 80, 89, 90, 95, 97, 105, 108, 110, 123, 124, 125, 129, 130, 147, 150, 162, 170, 173, 174, 188, 225, 232, 244, 246, 247, 259, 271, 279. 56 von 281 und das in nur 40 Minuten oder so, nicht schlecht. Auch mal interessant.^^ Natürlich hätte ich auch was lernen können in den zwei Freistunden grad, aber leider hat unser Professor zwar gestern schon gewusst, krank zu sein, hat uns das aber nicht mitgeteilt, so dass wir das erst 5 Minuten nach Vorlesungszeitbeginn erfahren haben. Und ich hatte daher auch keine Lehrbücher dabei. Nun gut, jetzt geht mein Uni-Tag aber wirklich los. *Ausschalt* Ikea Unser in Schweden...Geschrieben von SoWhy in Thinking versus Believing | Donnerstag, 23. November 2006 |
Das ist die interessanteste Nachricht des Tages: In Schweden vertrauen mehr Leute Ikea als ihrer Landeskirche, 80% gegenüber 46% für die Kirche. Vor den schwedischen Pfaffen angesiedelt werden zum Beispiel auch Volvo (69%), Ericsson (59%, Saab (57%) und Astra Zeneca (47%). Die Kirche landet auf Platz 14 insgesamt. Das erklärt, wieso man Schweden getrost als den Deutschen in vielen Dingen überlegen bezeichnen kann. Nicht nur bei der Bildung, sondern auch bei Bürgerrechten und halt auch bei der Fähigkeit zur Ablehnung überholter Relikte der Vergangenheit. Und jetzt beten wir alle ein "Ikea Unser" - Ramen :-)
Schäfchen verzweifelt gesucht...Geschrieben von SoWhy in Thinking versus Believing | Montag, 20. November 2006 |
Hallo ihr bösen schwarzen Schafe. Vielleicht suche ich genau Dich!
Du (jung, leicht zu beeindrucken, ohne Hang zum selbstständigen Denken) bist noch Glaubenssingle? Dann meld dich bei mir. Ich (79, Papst, Herrscher mit Hang zur Diktatur) suche Dich zum gemeinsamen Rosenkranz-Beten, Weihwasser-Plantschen und Frohe-Lieder-Singen. Ich bin zwar alt wie meine Organisation, aber noch sehr rüstig. Ich mache alles mit was Spaß macht, es sei denn ein paar Tausend Jahre altes Buch verbietet es mir. Bitte melde dich bei mir unter 00396-RATZI-IS-TOLL und vielleicht können wir schon morgen loslegen! Geld spielt keine Rolle!!! Nachdem ich heute Zeitung gelesen hab, kam mir das irgendwie spontan. Der Ratzi-Papst ist unzufrieden dass den Schäfern in Deutschland die Schafe weglaufen, wegsterben oder sich durch eigenständiges Denken verwandeln. Das kann nicht sein, zetert der Ratzi also vor seinen getreuen Ewiger Thronfolger aller ReligionenGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies , Thinking versus Believing | Freitag, 27. Oktober 2006 |
Nicht nur in der CSU ist es verbreitet, auf Probleme Lösungen anzubieten, die das Problem nicht lösen. Heutiges Beispiel: Prinz "Thronfolger" Charles, Prinz des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland (ohne dass die Nordiren dazu gefragt wurden), hat angekündigt, dass, falls seine Mutter vor ihm stirbt (was nicht so wahrscheinlich ist wie es klingt) er sich nicht nur in einer christlichen Kulthandlung krönen lassen wolle. Nein, um zu zeigen, dass
Der richtige Weg, um zu zeigen dass er König aller UKler sein wolle, ist Charles nicht eingefallen scheinbar: Nämlich gar keine kultischen Krönungen zu feiern, sondern nur eine bürgerliche. War wohl zu offensichtlich... Glücklicher ohne GottGeschrieben von SoWhy in Thinking versus Believing | Montag, 23. Oktober 2006 |
Vom Kampf der Wissenschaftler gegen die Mythen der Religion in den USA, wo Atheisten eine geächtete Minderheit darstellen, schreibt dieser SPIEGEL-Artikel.
Gefunden über den neuen Humanistischen Pressedienst... Wenn die Kunst mit der Kirche...Geschrieben von SoWhy in Politik for Dummies , Thinking versus Believing | Samstag, 7. Oktober 2006 |
...dann muss der Staat letztere verteidigen. So scheinen die Polizisten in Berlin zu denken. Denn jene hat Anzeige erstattet. Gegen was? Nun, eine Gruppe Künstler hat eine weibliche Schaufensterpuppe ausstaffiert mit einem Nikolauskostüm, mit Hut und Kreuz. Dazu einen dekorativen Sprengstoffgürtel. Außerdem noch "Weitere Versatzstücke, die in der Nähe der Figur drapiert sind: eine ausgeschnittene Dollarnote mit dem Aufdruck 'In God we trust' sowie eine Seite aus dem Buch 'Kriminalgeschichte des Christentums' mit dem Zitat des Papstes Calixtus III., in dem er Mohammed einen "Sohn des Teufels" nennt und zur Vernichtung der Muslime aufruft".
Die Aussage ist eigentlich recht klar: Der Papst von heute ist der Grund für Terror von morgen. Hut ab, eine sehr gute Idee in meinen Augen, es beschreibt die Situation ganz gut. Sieht die Polizei in Berlin aber ganz anders. Denn die hat Anzeige erstattet aufgrund des allseits beliebten Gotteslästerungs-Paragraphen des Strafgesetzbuches. Denn sie sieht in freier Meinungsäußerung und Kunst eine Verletzung der religiösen Gefühle. Jedenfalls die eines Polizisten. Und weil seit dem Papst alles anders funktioniert in diesem Land, muss die Skulptur erstmal weg. Ich hoffe ja nur, dass die Gerichte in Berlin das anders sehen. Wenn jede Kritik an der Kirche und jede Persiflage und Karikatur von der Staatsgewalt verfolgt wird, dann ist das das Ende von freier Meinungsäußerung. "Das ist indiskutabel" kommentiert Waltraud Schwab zu Recht. Vorbild SpanienGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies , Thinking versus Believing | Samstag, 23. September 2006 |
Wie man in der NZZ online lesen kann, schafft die sozialistische Regierung in Madrid die staatliche Bezahlung der Kirche ab. Nach einem zu begrüßenden Gesetz der spanischen Regierung bekommt die katholische Kirche des Landes keinen Cent mehr aus Steuermitteln und muss sich allein aus den Beiträgen ihrer Gläubigen finanzieren. Spanien, eines der stärksten klerikal geprägten Länder Europas, geht somit einen wichtigen Schritt in Richtung Trennung von Kirche und Staat. Ein Schritt, der in Deutschland auch geraten wäre. Denn anders als in Spanien, wo die Kirche "nur" knapp 100 Millionen bekommen hat, bekommen beide Großkirchen hierzulande knapp 5 Milliarden vom Staat. Das wäre eine Einsparmöglichkeit, die dem Finanzminister recht sein könnte und einem religiös neutralen Staat angemessen. Aber ich fürchte wir Deutsche leben mehr in der Vergangenheit als tief katholisch-klerikal geprägte Länder. Das sollte zu Denken geben...
God Is ImaginaryGeschrieben von SoWhy in Thinking versus Believing | Montag, 18. September 2006 |
Weil ich grad mal wieder drüber gestolpert bin möchte ich auf GodIsImaginary.com hinweisen. Die Seite nennt 50 einfache Beweise, warum Gott nicht existiert, die jedem Einleuchten...sollten. Nur wie die meisten solcher Beweise werden Gläubige sie entweder nicht zur Kenntnis nehmen, sie ignorieren oder behaupten, dass man Dinge falsch verstanden oder übersetzt hätte. Für diejenigen, die lieber Denken als Glauben aber dennoch eine interessante Seite.
Päpstlicher ReinfallGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies , Thinking versus Believing | Montag, 11. September 2006 |
Selten hat die Phrase "Viel Lärm um Nichts" mehr gepasst als dieser Tage. Eine "Renaissance des Glaubens" sollte es sein, ein Rückbesinnen auf Gott, eine Orientierung der Jugend an den "christlichen Werten". Herausgekommen ist nicht's weiter als ein großes Spektakel ohne weitere Bedeutung. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben den Papst gefeiert wie einen Popstar, doch die Groupies waren nicht weiter redenswert. An der Leopoldstraße bekam jeder, der mochte, noch einen Platz am Gaffgitter, am Marienplatz waren bei der Messe in der Frauenkirche weniger Leute als Touristen an einem normalen Sonntag (siehe dazu Kommentar bei Don Alphonso, v.a. dieser Kommentar).
Allein die Münchner Polizei wurde, angestachelt von ihren Oberen, zu Ober-Papst-Fans gemacht, die jede kleinste Kritik am Papst unterdrücken sollten. Und natürlich die Reihe der Arschkriecher Politiker, die im Namen aller sich jede kritische Meinungsäußerung verbitten ließen. Wie könne man es nur wagen, ein Kirchenoberhaupt zu kritisieren, dass sich herablässt, auf unsere Kosten Propaganda zu machen! Nur wollte augenscheinlich diese Propaganda niemand hören: ARD und ZDF übertrugen parallel die Papstauftritte in München und bekamen damit 2 Millionen Zuschauer...was nicht mal 20% Marktanteil ausmachte. Rechnen wir weiter: 2 Millionen sahen den Papst am Samstag im Fernsehen und weitere 80000 live in der Stadt. Macht 2.080.000 Zuschauer...von 82,5 Millionen Deutschen. Im Klartext: Nur 2,5% der Deutschen haben sich den Papst angeschaut. Jede Meisterfeier des FC Bayern hat mehr Zuschauer. Und die sind häufiger. Auch die päpstliche Messe am Sonntag muss als Reinfall bezeichnet werden: 250000 Leute klingt zwar viel...nur wenn man bedenkt, dass weitere 30000 reingepasst hätten (Minimum), so wurde nicht mal das Minimalziel erreicht, das Gelände vollzukriegen. Die Sonderzüge des MVG fuhren deshalb auch meist fast leer, selbst in der Hauptzeit von 6-9 Uhr waren Sitzplätze zu kriegen. Unter'm Strich ist also klar, dass der Hype künstlich war, kreiert von Zeitschriften, Zeitungen und dem Fernsehen. Und vollkommen am Willen der Mehrheit des Landes vorbeiging. Allein in München leben dreimal mehr Katholiken als sich das Spektakel wirklich live angesehen haben. Bleibt also zu schließen: Der ganze Zirkus war überhypet und uninteressant. Die öffentlich-rechtlichen haben auf zwei bundesweit verfügbaren Sendern und dem BR ein Spektakel gezeigt, das nur ein Bruchteil der Deutschen (und auch nur ein Bruchteil der Katholiken) wirklich sehen wollte...und alle anderen Fernsehzuschauer dreist ignoriert. Zum Glück ist es jetzt bald vorbei und die BRD kommt wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Einem Boden, wo die Meinungsfreiheit keinen klerikalen Schranken unterliegt. edit: Dazu passend, Klaus Stuttmann:
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HTC Desire, Vodafone und Frust über UpdatesDer Blog-Eintrag "HTC Desire, Vodafone und Frust über Updates" mit der Anleitung, wie man das HTC Desire einfach debrandet und auf Android 2.2 (Froyo) updated befindet sich wegen der großen Nachfrage nun auf einer eigenen statischen Seite.
Bitte entschuldigt die Unannehmlichkeiten durch den kurzzeitigen Ausfall der Seite! Random Quote"Whenever you find yourself on the side of the majority, it is time to pause and reflect."
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