Geschrieben von SoWhy in
Politik for Dummies | Dienstag, 25. März 2008 |
Vom christlichen Gott gibt es ja den schönen Spruch "Der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen". Damit kann sich Otto Normalochrist alles schönreden, was ihm nicht passt an der Welt, weil Gott will es ja so. Und es dient wunderbar als subtile Drohung nach dem Motto "Ich habs gegeben und wenn du nicht lieb bist, nehm ichs dir wieder weg".
Auch Erwin Huber ist, klar, Christ. Und weil er in der CSU ist, ist er Gott bekanntermaßen etwas näher als der Rest von uns (wären wir Christen - sagen wir der Rest der Christen). Und weil Erwin Huber nicht irgendein CSUler ist, sondern der Ober-Boss-Macker, fühlt er sich seinem Gott quasi schon so nah, dass er sich teilweise damit zu identifizieren beginnt. Zumindest, wenn man o.g. Zitat bedenkt.
Das lautet bei Erwin Huber zwar anders, aber die Ähnlichkeit ist unverkennbar. Sein Gott sagt "Ich habs gegeben und ich kanns dir auch wieder wegnehmen". Huber sagt "Ich habs euch weggenommen und wenn ihr nett seid und uns wählt, kriegt ihr es wieder". So geschehen jetzt mit der Pendlerpauschale. Bei ihrer Begrenzung auf Gültigkeit erst ab dem 21sten Kilometer, war die CSU ganz ganz vorne mit dabei, die Union hat förmlich geschrien danach. Und heute stellt sich der Huber hin und spielt Oskar Lafontaine - und das Original applaudiert.
Die Forderung an sich mag ja auch nicht schlecht sein, sie klingt nur etwas unglaubwürdig aus dem Mund desjenigen, dessen Partei Schuld daran ist, dass man es überhaupt fordern muss. Und sie hat den faden Beigeschmack des Panik-Wahlkampfs. Davon, dass Huber keinerlei Erklärung hat, wie man das finanzieren soll (was einem Finanzminister eigentlich unwürdig ist), ganz zu schweigen.