Wenn irgend ein schweres Verbrechen uns plötzlich wie ein greller Blitzstrahl den gesellschaftlichen Abgrund enthüllt, an dem wir bis dahin ahnungslos dahingegangen sind, so meint man, durch ein paar neue Strafdrohungen die Gefahr beschwören zu können, obwohl durch die Strafe im günstigsten Falle nur der individuelle Faktor des Verbrechens getroffen werden kann.
Franz von Liszt, Das Verbrechen als sozial-pathologische Erscheinung, in: ders.: Strafrechtliche Aufsätze und Vorträge, Bd. II, S. 236
Ich weiß, es ist eigentlich viel zu spät, aber im Laufe meiner Seminararbeit, die ich gerade schreibe, bin ich auf o.g. Zitat gestoßen, das
Franz von Liszt vor über 100 Jahren geschrieben hat. Es hat (leider) in keinster Weise an Bedeutung verloren...