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Das sehe ich nicht so. Die Quote ist unbedingt notwendig. Vor ein paar Jahren dachte ich wie Du, dachte, hey, das ist doch albern, Frauen so zu bevorzugen, obwohl Männer besser qualifiziert sind - das ist doch unfair. Aber ich wurde gezwungen, meine Meinung zu ändern.
Frauen trauen sich oftmals einfach zu wenig zu. Während Männer bereitwillig jedes Amt annehmen, sind Frauen unschlüssig, ob sie dafür qualifiziert genug sind - deshalb braucht man die Quote. Damit Männer gezwungen werden, Frauen zu drängen, Ämter zu übernehmen. Denn eine reine Altherren-Partei ist nicht gut. Frauen bringen grundlegend andere Sichtweisen ein als Männer. Mir ist klar, dass man meinen Beitrag auch als positive Diskriminierung auslegen kann, aber damit kann ich leben. Ich jedenfalls finde die Quote überaus sinnvoll.
Ich glaube du hast nicht ganz verstanden was der Blogeintrag eigentlich meinte: es ging weniger darum dass es 40% Frauen sein müssen oder nicht, sondern dass es qualifizierte und auch vor allem passende Persönlichkeiten für den Job sein sollten. Die Quote hierbei bringt das ganze ins stocken, denn es geht vornehmlich darum irgendeine(m.E. idiotische) Regel aufrecht zu erhalten die aber weder Gleichheit bringt unter den Männern und Frauen sondern Zwang. Dies hilft garantiert nicht weiter.
Und wenn sie Frauen als allgemein(!) unschlüssig darstellen haben sie vermutlich die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Frauen sind sehr wohl in der Lage gleiche/bessere Arbeit abzuliefern und dabei Selbstsicherheit zu haben. Nur in dieser wundervollen Demokratie werden Frauen schlechter bezahlt und im Arbeitsleben an sich benachteiligt. Dies behebt auch keine Quote sondern nur gezielte Anpassung der Situationen. Wo leben wir denn wenn Frauen mies behandelt werden obwohl sie dasselbe tun wie Männer ? Oder Menschen aus anderen Landesteilen über 1/3 weniger verdienen ? Das ist der Kernpunkt den sich Parteien wie die SPD mal wieder merken sollten anstatt alte Quotenregelungen zu verfolgen ! Die Menschen in der Partei müssen motiviert sein alles zu tun und für uns alle da zu sein! Das regelt keine Quote sondern nur die Menschen selber !
Ich muss Jonas da recht geben. Und klar kann man anderer Meinung sein. Ich halte die Quote, wie geschrieben, für ungerecht, weil du auch nicht erklären kannst, wieso es diese Quote NUR für Geschlechter gibt und nicht für andere Diskriminierungsgründe und weil sie das Grundproblem nicht löst.
Die Quote ist eine Maßnahme, dass in den Brunnen gefallene Kind ein wenig zu retten, aber sie verhindert leider nicht, dass das Kind in den Brunnen fällt. Nur genau da sollte die Politik einsetzen. Klar, wenn eine Frau motiviert ist und alles, sollte es einen Schutz geben, damit sie nicht negativ diskriminiert wird. Aber sie sollte nicht bevorzugt werden, nur weil sie eine Frau ist. Oder ein Mann. Bei uns z.B. im LSK 104 gibt es mehr weibliche als männliche Kandidaten für den Stadtrat, was aber nicht bedeutet, dass ich es gut finde, dass deshalb die Männer es einfacher haben. Das Frauen sich zuwenig zutrauen mag richtig sein, auch wenn es sehr pauschalisiert, aber das löst die Quote ja nicht wirklich. Das Problem ist ja ein anderes...
Die Quote bekämpft ein Symptom, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass um Frauen geworben werden _muss_. Andernfalls würden sich die üblichen Verdächtigen diese Arbeit einfach sparen und weitermachen wie immer.
Die Quote ist deshalb nicht ungerecht, weil Frauen keine Minderheit darstellen, die extra geschützt wird, sondern ziemlich genau die Hälfte der Bevölkerung (eher etwas mehr). Und dieses Verhältnis wird sich auch niemals ändern.
Genauso stellen Homosexuelle 10% der Bevölkerung oder Ausländer 5% etc. Wieso haben die keine Quoten?
Außerdem habe ich immer gesagt, dass die Quote in beide Richtungen falsch ist. In meinem LSK schützt sie Männer - trotzdem halt ich sie für falsch...
Nuja, mal ganz blöd geantwortet: weil man das nicht überprüfen kann. :S Ne, ernsthaft, Du kannst ja eine Quote für Schwule und Lesben fordern. Ich finde das nicht nötig, da ich nicht der Meinung bin, dass sich ein schwuler Mann von einem nicht-schwulen Mann in irgendeiner Weise unterscheidet, abgesehen von der Sexualität. Gleiches gilt für lesbische und nicht-lesbische Frauen.
Während Frauen und Männer wegen ihres Geschlechts grundverschieden sind, trifft dies auf Schwule udn Lesben nicht zu. Mir jedenfalls wäre keine derartige Studie bekannt - bei Männern und Frauen hingegen sind die Unterschiede wissenschaftlich bewiesen: während sich Männer eher auf ein Ziel einstellen, behalten Frauen eher den Überblick. Die alte Mär von Frauen, die nicht einparken können, hat ja einen wahren Kern: Männer haben ein besseres räumliches Orientierungsvermögen als Frauen. In der Politik und in der Wirtschaft braucht man alle unterschiedlichen Fähigkeiten. Deshalb ist die Quote sinnvoll.
Es geht nicht darum, ob sie unterschiedlich sind, es geht darum, dass sie unterschiedlich behandelt werden.
Es gibt genug Frauen, die denken wie Männer und Männer, die wie Frauen denken können, das kann also kein Argument sein. Das Argument ist, dass Frauen, wie du oben geschrieben hast, benachteiligt werden, wenn die Altherren der Partei das Sagen haben. Und das Argument gilt nunmal nicht nur für Frauen.
Nun, sicherlich gibt es immer Ausnahmen, aber der Regelfall ist eine Frau, die gut einparken kann, nicht, um es mal flapsig zu sagen.
Ich sehe es so: die Quote soll einen Missstand beheben. Sie bekämpft also primär Symptome, nicht die Ursachen. Dies erfolgt sekundär: wenn man ständig gezwungen ist, sich um engagierte Frauen zu bemühen, dann kommt es irgendwann zwangsläufig zu einem Umdenken, weil es natürlich lästig ist - natürlich kann die Quote allein nicht ausreichen, aber sie ist ein gutes Werkzeug. Und, wie gesagt: wenn Du das wirklich so siehst, dass Ausländer, Schwule und Lesben diskriminiert werden und es für ungerecht hältst, dass es eine Geschlechter-Quote gibt, aber keine andere, dann wäre es doch vielleicht sinnvoller, für andere Quoten einzutreten?
Das Problem ist nur, dass man das "ad absurdum" treiben kann: Irgendwann hat man mehr Quoten als Mitglieder...
Man kann einfach nicht für jede möglicherweise diskriminierte Gruppe eine Quote schaffen. Und dann stellt sich die Frage, wieso man für Geschlechter eine haben sollte und für andere nicht...
Stimmt, deshalb fände ich es ja auch sinnlos, zusätzliche Quoten zu fordern. (Wobei eine Juso-Quote für MdBs und MdLs sicherlich überlegenswert wäre.)
Ich kann Dein Argument nachvollziehen, sehe die Quote trotzdem weiterhin als gutes Werkzeug. Wir werden uns hier wohl nicht einigen. ;)
Ich glaube schon, dass ich den Artikel verstanden habe. :S Und mir ist auch klar, dass die Quote teilweise problematisch ist. Trotzdem bin ich aus oben genannten Gründen dafür, auch um das Bewusstsein dafür zu schärfen.
Anderes Beispiel: ich persönlich finde das Binnen-I verdammt hässlich und absurd. Trotzdem kann ich das Argument eines Genossen nachvollziehen, der meinte, er verwende es gerne, um die Altherren-Strukturen aufzurütteln. Das fand ich gut und richtig. Die Gehaltsfrage sehe ich genau wie Du. Hier kenne ich mich aber schlicht und ergreifend nicht genügend aus, um sinnvoll mitreden zu können.
Ich danke ihnen sehr für die ehrliche Meinung.
Das interessante bei mir ist, dass es mir gar nicht erst in den Sinn kommen würde Frauen oder Männer unterschiedlich zu behandeln. Deswegen bin ich auch über eine "Regelung" sagen wir mal besorgt. Der Gedanke der Ungleichheit endet nicht mit einer Quote, mag aber vielleicht einmal ein richtiger und längst überfälliger Schritt gewesen sein. Die Gleichheit beginnt in den Köpfen der Menschen selbst, sei es nun eine Frau oder ein Mann.
Ich finde die Quote ein richtiges und wichtiges Instrument der Gleichberechtigung.
Sandro, du schreibst, dass Ungleichbehandlung auf anderem Wege ausgeräumt werden müsse, und das die Quote nur die Symptome bekämpft. Ich denke, dass das eine das andere nicht ausschließt, sondern geradezu bedingt. Wenn man eine Partei erhalten will, die sich für Gleichberechtigung einsetzt, dann müssen die Entscheidungsträger sich auch für dieses Ziel interessieren - und ohne die Quote, dass sieht man bei jeder Partei, die diese nicht hat (u.A. auch bei der der Emanziapation sonst eher aufgeschlossenen FDP), sind die Entscheidungsträger eben eher jene "Altherren", die kein Interesse haben, irgendetwas an der bestehenden Ordnung zu ändern. Die Quote zeigt außerdem den Willen einer Partei, die Gleichstellung von Mann und Frau nicht nur für die Gesellschaft zu propagieren, sondern sie auch selbst vorzuleben, weiter sorgt sie dafür, dass die tendenziell eher machtbewussteren Männer (wobei dies eine Regel mit vielen Ausnahmen ist) die sowieso unterrepräsentierten Frauen nicht problemlos verdrängen können. Du behauptest, andere Minderheiten sollten nach dieser Logik auch durch Quoten geschützt werden. Zunächst sei dazu gesagt, dass andere Minderheiten durchaus schon aus Wahltaktischen Gründen oftmals sehr wohl berücksichtigt werden; gerade bei ethnischen Gruppen kann das durchaus Stimmen bringen Abgesehen davon sind Frauen einfach die "größte Minderheit", die im politischen Leben im Vergleich zu ihrer Anzahl am wenigsten berücksichtigt werden und deshalb besonderer Unterstützung bedürfen. Andere, kleinere Minderheiten tun sich vielleicht ebenfalls schwer, aber gerade wenn du dir die SPD anschaust wirst du feststellen, dass z.B. Homosexuelle wenig Probleme haben, sich in Parteiämtern einzubringen. (z.B. gibt es derzeit keine Sozialdemokratische Frau, die in einer deutschen Großstadt OB ist, wohl aber Homosexuelle wie Wowereit). Insgesamt ist die Quote gleichzeitig ein Anspruch an sich selbst, als auch an die Gesellschaft, den es allein schon seiner Symbolik wegen zu schützen gilt. lg, Tom
Nein, das eine bedingt das andere nur in eine Richtung. Die Quote existiert nur, weil Ungleichbehandlung in den Köpfen verankert ist. Sie bekämpft die Ergebnisse, würde aber nicht existieren, wenn die Ursachen nicht existieren würden.
Dann musst du von einem Denkfehler runterkommen, bevor wir weiterreden können: Wir haben in der SPD keine Frauenquote - wir haben eine Geschlechterquote. Das mag nur ein sprachlicher Unterschied sein, wenn man bedenkt, dass die Quote meist Frauen schützen soll, aber es ist ein anderes Denken: Sie soll nicht Frauen schützen, weil Männer soviel "machtbewusster" sind, sondern es soll beide Geschlechter davor schützen, wegen ihres Geschlechts benachteiligt zu werden. In meinem LSK, wie oben im Kommentar schon geschrieben, z.B. die Männer, die weniger Stadtratskandidaten stellen. Wenn du schreibst, die Quote zeige "außerdem den Willen einer Partei, die Gleichstellung von Mann und Frau nicht nur für die Gesellschaft zu propagieren, sondern sie auch selbst vorzuleben", dann siehst du die Kehrseite dieser Logik nicht: Dass wir der Gesellschaft nämlich zeigen, dass wir ohne Zwang nicht fähig wären, eine selbstverständliche Sache durchzusetzen. Du schreibst, die Quote solle wegen ihrer Symbolik aufrecht erhalten werden? Ich sage, unser Anspruch muss es sein, sie so schnell wie möglich überflüssig zu machen. Die Behauptung, Frauen seien die "größte Minderheit" ist einfach falsch. Auch ohne Quote wären auf unserer BA-Liste genug Frauen gelandet - aber weißt du wie viele Ausländer darauf sind? Genau einer - ein Däne. Und dann ein Deutsch-Türke auf Platz 20 (von 31), der nach 6 Jahren BA-Arbeit damit quasi wieder "ausgemustert" wurde. Und das obwohl wir alle wissen, dass bei Kommunalwahlen EU-Ausländer, d.h. Leute aus 27 Nationen(!). Du schreibst auch, dass es z.B. Homosexuelle einfacher hätten als Frauen. Glaubst du, Klaus Wowereit hätte in Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachen etc. auch nur den Hauch einer Chance? Das bezweifle ich doch. Und wenn du darauf hinweist, dass keine sozialdemokratische Frau in einer deutschen Großstadt OB ist, dann belegst du damit nur, dass die Quote, die das verhindern soll, ja eigentlich nicht funktioniert. Aber wenn sie nicht funktioniert, wieso sollte man sie dann behalten?
zuerstmal, ich habe nie etwas von einer Frauenquote gesagt, sondern bin mir bewusst, dass es sich um eine Geschlechterquote handelt. Eine reine Frauenquote würde ich als Ungleichbehandlung ablehnen.
"Du schreibst, die Quote solle wegen ihrer Symbolik aufrecht erhalten werden? Ich sage, unser Anspruch muss es sein, sie so schnell wie möglich überflüssig zu machen." Da sind wir uns prinzipiell beide einig, aber noch sind wir nicht so weit. Dieser Punkt ist dann erreicht, wenn die Quote selbstverständlich eingehalten wird, ohne dass sich irgendjemand über ihre Existenz aufregt - und dann könnte man sie abschaffen, es würde aber auch nichts ausmachen, sie formell weiterbestehen zu lassen. Anders als auf diesem Weg, das hat sich in der Vergangenheit gezeigt, lässt sich keine selbstverständliche Gleichberechtigung durchsetzen. "Und wenn du darauf hinweist, dass keine sozialdemokratische Frau in einer deutschen Großstadt OB ist, dann belegst du damit nur, dass die Quote, die das verhindern soll, ja eigentlich nicht funktioniert. Aber wenn sie nicht funktioniert, wieso sollte man sie dann behalten?" Weil es ohne noch um einiges schlimmer aussähe und die Quote diesen Anspruch bestimmt. Ohne Quote - kein Anspruch, abgesehen von irgendwelchen Lippenbekenntnissen.
Nein, der Punkt ist dann erreicht, wenn die Quote nicht eingehalten werden kann, ohne dass das eine faktische Ungleichbehandlung bedeutet. Weil die Realität nunmal so ist, dass man nicht immer 40% eines Geschlechts finden kann, die für einen Job kompetent sind.
Und es gibt andere Wege, die Gleichberechtigung durchzusetzen, ich habe sie in meinem Beitrag skizziert: Erziehung, Werte, Gesellschaft, die das wirklich akzeptieren. Sie sind nicht praktikabel, wohl auch nicht realistisch, aber sie existieren. Sie sollten auch unser Ziel sein. Mein Beitrag bezieht sich aber nicht auf Realisierbarkeit, sondern auf grundlegende Probleme. Und die existieren nunmal. Imho überwiegen sie die praktischen Vorteile, die die heutige starre Quote bringt. Kommentar schreiben
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