Geschrieben von SoWhy in
Politik for Dummies | Montag, 3. September 2007 |
Wolfgang Schäuble gilt ja nicht als der Mann der Bürgerrechte und der persönlichen Freiheiten. Seine Pläne zu allumfassungen Überwachungen und Durchsuchungen sind ja für die Privatsphäre der Bürger wenig tauglich. Eine andere Idee kam dieser Tage auch aus seinem Hause: Das Waffengesetz, welches in der Hysterie um einen Amoklauf in Erfurt verschärft wurde, sollte wieder entschärft werden, bestimmte Waffen wieder ab 18 Jahren statt mit 21 erhältlich sein. Der Grund: Es habe sich gezeigt, dass die Erhöhung des Mindestalters in keinster Weise etwas verändert habe. Das klingt logisch, selbst wenn man kein Waffenlobbyist ist. Wenn es keinen sachlichen Grund für eine Altersgrenze über der Volljährigkeit gibt, dann sollte man auch keine haben. Macht Sinn.
Umso mehr überrascht es dann, dass Schäuble für diese Idee von allen Seiten und überall Kritik erfahren durfte. Der Unterschied zur Kritik bei den Online-Durchsuchungen ist, dass diese weniger sachlich und mehr im "Waffen-Lobby-Nachgeber"-Tenor gehalten war. Nun mag man über Waffen denken, was man will. Ich bin ja kein großer Freund davon, aber was soll's. Was in diesem Fall überrascht ist, wie schnell Schäuble in diesem Fall umgefallen ist. Seine Sturheit bei berechtigter Kritik zu reagieren hat er in diesem Fall, wo die Kritik weniger berechtigt war, komischerweise nicht angewandt. Man muss sich fragen, nach welchen Maßstäben dieser Mann entscheidet, wann man stur sein soll und wann nicht. Es kommt mir vor, dass er immer den falschen Zeitpunkt dafür wählt...