Was ich damit meine? Nun, der Münchner Stadtrat kommt am 18. Juli zusammen und will entscheiden, ob er die
Meiserstraße, benannt nach dem ehemaligen ev. Landesbischof Hans Meiser, umbenennen sollte. Eine Mehrheit dafür gilt als sicher.
Wieso will der Stadtrat das tun? Nun, Meiser war zwar, wie die Protestanten, die dagegen sogar klagen wollen, herausstellen, einer, der dafür sorgte, die Kirche zu erhalten. Aber Meiser war auch ein bekennender Antisemit, der die Juden als das Übel ausgemacht hatte. Und der Münchner Stadtrat handelt, wie es eigentlich alle Staatsmacht handeln sollte: Weltanschaulich neutral. Ja, natürlich, die evangelische Kirche sieht eine Hetzjagd auf die armen Protestanten darin. Aber das ist nicht der Fall: Wenn Landesbischof Friedrich selbst eingesteht, dass er heute keine Straße neu nach Meiser benennen würde, dann erklärt er damit ziemlich deutlich, dass er selbst die Person Meiser eben nicht ganz so positiv sieht, wie er zu glauben machen will.
Der Münchner Stadtrat, bzw. seine rot-grüne Mehrheit, hat erkannt, dass Meisers Dienste für die Kirche eben solche für die Kirche waren und nicht primär welche für alle, er dagegen durch seinen Judenhass, seiner Weigerung, verfolgten Juden zu helfen und seinen Schutz für deutsche Kriegsverbrecher, sich zutiefst menschenverachtend verhalten hat und dass einem solchen Mann keine Straße gewidmet sein darf. Nürnberg hat es vorgemacht. Es täte der evangelischen Kirche gut, dies einzugestehen, anstatt mit Klagen zu drohen, nur weil sie ihre Adresse ändern müsste...