Das war das Fazit des
DSW-Präsidenten Rolf Dobischat zu den Ergebnissen der 18. Sozialerhebung des
Deutschen Studentenwerks. Nach den veröffentlichten Zahlen hat der Anteil der Studenten aus reichem und gehobenen Elternhaus in den letzten drei Jahren um 1% zugenommen, während der Anteil derer aus mittleren und armen Haushalten um 1% abnahm. Die Tatsache, dass 1 % mehr arme und dafür 2 % weniger mittelere studieren ergibt sich wohl daraus, dass 1% der Haushalte jetzt so arm ist, dass sie nicht mehr als "mittel" gelten können. Damit beweist das Studentenwerk eines: In einem Land, dessen einziger Rohstoff die Bildung ist, wird es heute, noch viel mehr als vor 20 Jahren, Kindern aus ärmeren Haushalten besonders schwer gemacht, ein Studium zu beginnen oder zu finanzieren. So sank die Zahl derer aus armen Haus von 1982 bis heute von 23 auf 13 %, die derer aus reichen Elternhäusern dagegen hat sich von 17 auf 38 mehr als verdoppelt.
Nun mag man verleitet sein, die neuesten Zahlen auch als Studiengebühren-bedingt anzusehen, aber solche Zahlen stehen noch aus. Die Zahlen, die jetzt veröffentlicht wurden, beweisen nur, dass Studiengebühren genau die falsche Idee waren und dazu beitragen werden, die Zahl der sozialschwachen Studenten weiter zu verkleinern. Man muss Prof. Dobischat zustimmen, wenn er dies beschämend nennt, denn nichts anders ist es, dass in einem der reichsten Länder der Welt der Zugang zur Hochschul-Bildung, immerhin ein Menschenrecht, eigentlich nur denen zur Verfügung steht, die genug Geld mitbringen. Solche Zahlen sollten eine Warnung an die Unions-geführten Landesregierungen sein, von Plänen, die die Selektion weiter vorantreiben, namentlich vor allem der Studiengebühren, wieder Abstand zu nehmen und sich Gedanken zu machen, wie Gerechtigkeit erreicht werden kann.
Doch das wäre wohl zu viel der Hoffnung, denn bekanntlicherweise zeigt die CDU/CSU im Bereich der Bildung eine gravierende Beratungsresistenz. Dem Land kann es nur schaden...
PS: Besonders viele Reiche finden sich übrigens in Medizin und Jura. Ich habs mir fast gedacht.
Zur weiteren Lektüre empfiehlt sich
folgender Kommentar von Tanjev Schulz aus der heutigen SZ.