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Ich weiß das ich mit meiner Meinung in diesem Punkt ziemlich alleine da stehe, aber ich halte Schuluniformen im Sinne von gleicher Kleidung für jede Schule, für absolut sinnvoll.
Nicht weil ich Uniformen will, sondern weil ich gleichmachen will. Ich will ein Gemeinschaftsgefühl, ein Wir schaffen, das sich von der Kleidung, in das Denken weiterentwickeln soll. Es macht keinen Sinn über die Schuhmarke unter Zweitklässlern schon Unterschiede zu schaffen und Krieg wegen eines Handys oder einer Uhr loszutreten.
Glaubst du, das würde was ändern? Dass sie außerhalb der Schule nicht auch so rumlaufen würden? Eher wird sich das von den Klamotten auf Schuhe, Uhren, Handys etc. verschieben.
Aber auch das Ziel, dass du setzt, halte ich für unredlich. Gleichmacherei ist nie eine Lösung, dass haben uns die kommunistischen Experimente gezeigt. Ein Gemeinschaftsgefühl auf Kleidung basierend verschiebt das Problem höchstens von der Ebene untereinander (und wohl nichtmal das, s.o.) auf die Schul-Ebene. Dann "disst" man halt die, die andere Uniformen tragen, will sagen einer anderen Schule angehören. Nicht mehr "ich gegen dich" sondern "wir gegen die". Jede Art von Wir-Gefühl muss zwangsläufig dazu führen, dass es eine Gruppe der "Nicht-Wir" gibt, gegenüber man sich abgrenzen will. Im Endeffekt wäre es also sinnvoller, das Ich zu stärken bis zu dem Punkt, in dem Respekt gegenüber allen normal wird, was nunmal voraussetzt, dass man ein starkes Selbstbewusstsein hat. Fehlt ein solches, so hat man maximal Angst oder Anbiederungsabsicht gegenüber anderen. Nur kann Gleichmacherei nicht schaffen, dass der Einzelne bestärkt wird. Ganz im Gegenteil, das Ich wird auf Kosten des Wir geschwächt. Nur das Wir kann das nicht ersetzen...
Die von dir angesprochenen Probleme der Schulen untereinander sind auch schon so vorhanden. Sie waren auch zu meiner Zeit schon und sie sind im fliegenden Klassenzimmer beschrieben.
Das Ich zu stärken ist eine tolle Idee. Permanenter Wettkampf der Jüngsten. Auslese im Kindergarten. Meine Kinder haben da gute Chancen. Ein starkes Elternhaus, eine gute Wohngegend. Kein Problem. Meine Kinder kennen sogar ein Wir, das die meisten Einzelkinder nie lernen werden. Dieses Wir macht stark. Vor allem wenn es ganz große Geschwister oder die Eltern einbeziehen kann. Aber dein Ich steht ziemlich alleine gegen das Wir. Nicht nur gegen das Wir der Familien, sondern auch der nationalen Herkunftsgruppen. Identität nur aus Abstammung. Da hast du ein Wir, das uns alle nicht glücklich macht. Dann gibt es ein Wir der Rebooks gegen die Pumas, keine Ahnung was die tragen, die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen kauft Addidas für alle. Ich könnte dir tausend falsche Wirs nachweisen, die du nicht verhindern kannst. Aber das eine Wir das Gemeinschaft in einer Schule schafft und dadurch Hilfsbereitschaft und gegenseitige Verantwortung, das musst du bekämpfen. Kämpf gegen die anderen Wirs und wenn du den Kampf gewonnen hast, darfst du die verbindliche Schulkleidung wieder abschaffen. Ach ja ich stamme aus der Generation der Nonkonformisten. Blaue Jeans, blauses Jeanshemd. blaue Jensweste und idiotischerweise weise Turnschuhe. Wat für eine Arbeit die sauber zu kriegen.
Deine Lösung ist es also, das Wir, dass entsteht durch Marken, Abstammung, Herkunft, Religion etc. zu Bekämpfen, indem man ein weiteres Wir schafft? Nur ist dieses Wir der Schüler genauso "random", will sagen willkürlich, wie das der Herkunft z.B. Auch die Schule sucht man sich meist nicht aus, sondern nimmt jene, die nächste vom Wohnort ist. So werden, mit dem jetzigen Bildungssystem, auch weiterhin die sozial Schwachen auf die Willy-Brandt-Hauptschule München-Neuperlach gehen und die aus reichen Familien aufs Franz-Josef-Strauß-Gymnasium München-Nymphenburg. Jetzt ziehst du diesen Kindern noch Uniformen mit der Schule drauf und du stigmatisierst sie halt noch ein wenig mehr, weil dann laufen letztere rum und blicken hämisch auf erstere.
Nein, ein neues Wir wird die alten Wir-Probleme nicht lösen. Es löst die soziale Selektion nicht und nicht die Intoleranzen, weder mittelalterliche Starke-Mann-Mentalitäten mancher Religionen noch dass der, der teure Marken-Klamotten trägt, als "cool" gilt. Aufgabe sollte sein, dass Ich, nicht egoistisch, sondern i.S.d. Selbstbewusstsein zu stärken und den Kindern gleich beibringen, dass es weder auf Herkunft noch auf Besitz ankommt, um einen anderen Menschen zu bewerten. Das erfordert natürlich eine radikale Reform vieler Bereiche, des Bildungssystems mit seiner Selektion, der Toleranz gegenüber wirklich unfähigen Eltern, der Betreuung der Kinder etc. pp. Aber das macht Schuluniformen nicht zu einer billigeren Variante...sondern zu einem Placebo, dessen Wirkung das Problem nur verschleiert. Darauf Anstrengung zu verwenden ist aber unsinnig.
Ich weiß nicht in wieweit du meine politischen Ansichten in meinem Blog verfolgst, aber ich will generelle Änderungen. Das ich generell bessere Schulen will, brauche ich nicht zu betonen.
Mein Ziel ist es das Brandt Gymnasium in Neuperlach besser zu machen als das Strauß Gymnasium und die beiden in einen ständigen Wettbewerb zu hetzen. Ich will das die Schüler stolz auf ihre Schule sein können. Deshalb brauche ich die Gemeinsamkeit der Schüler einer Schule untereinander. Die gegenseitige Hilfe und Solidarität. Das kriege ich im ersten Atemzug nicht für ein ganzes Volk hin, aber für eine Schule ist es erreichbar. Du forderst das richtige, bist aber nicht bereit Einzelschritte zu machen. Aber alles wirst du nicht bekommen. Du lehnst die Schulkleidung ab und zementierst damit den Status Quo. Wenn dir der reicht ist es gut. Wenn nicht brauchen wir endlich mal andere Wege. Schulkleidung funktioniert ja in anderen Ländern sehr gut. Da gibt es allerdings auch massive Leistungskontrollen für Schulen, Lehrer und Schüler. Ein durchgefallener Schüler schadet der Schule und dem Lehrer mindestens genauso wie sich selbst. Ja. Die besten Schulen wählen sich auch die besten Schüler. Weil reich sein eben nicht reicht. Aber sie müssen eben auch zwanzig Prozent zugewiesen aufnehmen. Zu wenig in Ordnung aber ein Anfang.
Um es ganz deutlich zu machen. Ich will jährliche Prüfungen an festgelegten Tagen, die von schulfremden Leuten abgenommen und zentral ausgewertet werden. Die Noten der einzelenen Schüler bleiben geheim, aber das Ranking von Schulen und Lehrern muss öffentlich sein.
Natürlich will ich auch das Zentralabitur. Gleiche Regeln für alle und messbare Ergebnisse die nicht auf subjektiver Lehrermeinung beruhen. Dabei lasse ich den Lehrern das Recht zu versetzen, wenn die Schüler unterdurchschnittlich sind, die Lehrer aber meinen dies läge an besonderen Gründen. Ich lasse ihnen auch das Recht über die Wahl der Mittel der Unterrichtes in weiten Teilen selbst zu bestimmen. Hauptsache die Inhalte kommen rüber. Wegen meiner auch getanzte Mathematik.
Die Behauptung, dass ich durch Ablehnen von Schuluniformen den Status Quo zementieren will, ist nicht korrekt. Ich lehne diese ab, weil sie kein Problem lösen. Auch in England, dem Vorzeigeland für Schuluniformen, gibt es durch Marken-Klamotten vermittelte "Coolness" und wer sich nicht leisten kann nach Oxford oder Cambridge zu gehen, der ist ebenfalls stigmatisiert, egal wie gut seine Leistungen vielleicht sind. Mehr noch, solche Elite-Unis führen zu Extra-Problemen der Konkurrenz - Vielleicht nicht mehr wegen der Armani-Klamotten aber dann wegen der Schul-Uniform der "schlechteren" Schule.
Nein, ich sehe die Zugehörigkeit zu einer Schule, d.h. das Wir-Gefühl der Zugehörigkeit, nicht als Zwischenschritt zur Solidarität eines ganzen Volkes. Das sollte aber auch nicht das Ziel sein, denn wie oben gesagt, jedes Wir erfordert ein "Die Anderen". Und das sollte nicht das Ziel sein wiederum. Der Staat ist, wie Hobbes es schreibt, nach meiner Ansicht ein Zusammenschluss von Individuen zur Erreichung gemeinsamer Ziele, aber immer aus freier Entscheidung. Deshalb sollte das Ziel zu allererst sein, die Kinder und Jugendlichen dazu zu erziehen, dass sie sich als freie, selbstbewusste Individuen verstehen und aus freiem Willen sich bereit erklären, den Staat zu unterstützen und andere Menschen zu achten. Gleichmacherei von Menschen, denen es an Selbstbewusstsein und Entscheidungsfähigkeit mangelt, führt dazu, dass am Ende eine Gesellschaft existiert, die Konformität mehr schätzt als eigenmächtiges Handeln. Und eine solche Gesellschaft ist sehr einfach zu manipulieren. Die Geschichte ist voller Beispiele von Gesellschaften, bei denen Konformität zum Untergang geführt hat, vom Kaiserreich von 1871 (mit dem krassen Beispiel des Gehorsams beim "Hauptmann von Köpenick") bis zum NS-Staat, bei dem das Wir das Ich komplett verdrängt hat. Aber ich weiche vom Thema natürlich etwas ab: Wieso ich Schuluniformen ablehne ist, wie bereits gesagt, nicht obige philosophische Überlegungen, sondern die simple Tatsache, dass sie das Problem nicht lösen und nur Zeit und Geld kosten, welche besser in der Lösung des eigentlichen Problems investiert wären.
Nur eine Frage noch. Normale Schulkleidung die stark differenziert kostet doch deutlich mehr Geld oder nicht?
Bei manchen Leuten, vielleicht. Aber das ist a.) Geld der Privaten, nicht solches des Staates (Schul-Uniformen kosten auch dann Geld, wenn die Eltern sie kaufen müssen, für Design, etc.) und b.) kaufen die Leute normale Kleidung ja auch so, egal ob sie diese in der Schule tragen oder nicht.
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HTC Desire, Vodafone und Frust über UpdatesDer Blog-Eintrag "HTC Desire, Vodafone und Frust über Updates" mit der Anleitung, wie man das HTC Desire einfach debrandet und auf Android 2.2 (Froyo) updated befindet sich wegen der großen Nachfrage nun auf einer eigenen statischen Seite.
Bitte entschuldigt die Unannehmlichkeiten durch den kurzzeitigen Ausfall der Seite! Random Quote"Religion can never reform mankind because religion is slavery."
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