Sehr oft liest man, zuletzt in einem Kommentar auf der SZ-Seite, von Fällen, in denen es unerträglich sei, wenn man den Täter dann nachträglich zum Opfer stilisiere. Leute, die sowas behaupten, haben in diesem Fall dann versucht, dieses Mantra auf den Fall El-Masri zu übertragen, welcher jüngst dadurch in Erscheinung trat,
dass er einen Metro-Markt angezündet hat.
Dieser Vorfall ist der Grund, dass Leute wie der Anwalt El-Masris, diesen verteidigen mit dem Hinweis, dass einige Jahre CIA-Folter dessen Hirn wohl nicht gut getan haben dürften. Obige Verfechter sehen in dieser Argumentation einen Versuch, die Taten El-Masris zu rechtfertigen, als ob jemand, nur weil er gefoltert wurde, sich alles erlauben dürfe. Aber das ist kaum der Fall, rechtfertigen will das wohl keiner, denn auch Khaled El-Masri ist in Deutschland aufgewachsen und muss wissen, was man darf und was nicht. Doch entschuldigen wird man es wohl müssen. Nachdem die CIA ihn freigelassen hat, nachdem sie erst einige Monate ihn foltern mussten, bis sie merkten, dass sie den Falschen erwischt haben, wusch die Bundesregierung, trotz aller Beweise, ihre Hände in Unschuld. Eine Mitschuld am ganzen Vorfall sei nicht ersichtlich, so das Credo. Mehrmals haben El-Masri oder sein Anwalt Anträge gestellt, dass die Bundesregierung Therapie-Kosten zahlen solle. Das Bundeskanzleramt hat sich für nicht zuständig erklärt und das Ganze an die bayerische Staatskanzlei weitergeleitet, welche wiederum, in bester CSU-Manier, Prävention abgelehnt zu haben scheint und auch nichts gezahlt hat. Nun randaliert ein Mann, der eine Gehirn-Wäsche und Folter bekommen hat und alle zeigen mit dem Finger auf ihn. Dabei sollte ziemlich offensichtlich sein, wieso er sich so benimmt. Schuld oder zumindest Mitschuld trägt in diesem Fall der Staat, der einen Unschuldigen zur persona non grata abgestempelt hat und jetzt sich wundert, wieso dieser das nicht aushält.