Ein Kabinett wollte er ernennen, dass keine Parteigrenzen kenne. Eine Regierung für Frankreich, die nicht nach Parteibuch, sondern nach Kompetenz ausgewählt werden solle. Denn zum Wohle Frankreichs, so sprach der neue Präsident der fünften Republik, Nicolas Sarkozy, sei ihm jedes Mittel Recht.
Nun hat Sarkozy das Kabinett präsentiert und dabei offen gezeigt, wie viel genau er von diesem Versprechen hält. Die Ernennung des Ärzte-ohne-Grenzen-Gründers Bernard Kouchner, Mitglied der sozialistischen Partei, ist ein Coup, ohne Zweifel. Aber bei Betrachtung der restlichen Minister und Ministerinnen zeigt sich schnell, dass das nicht mehr als ein versöhnlich-scheinendes Feigenblatt auf eine tief nach Parteibuch ernannten Regierung ist. Alle anderen Mitglieder des Kabinetts Fillon sind, mit Ausnahme eines Mitglieds der UMP-nahen UDF, Mitglieder von Sarkozys Partei UMP.
Eine lagerübergreifende Regierung, nach Vorbild der deutschen großen Koalition zum Beispiel, ist diese neue Regierung nicht. Sie versucht, so zu scheinen, aber man täte gut, sich nicht von einem sozialistischen Regierungsmitglied so sehr blenden zu lassen, dass man die Realität dieser Regierung nicht mehr erkennt: Dass sie nämlich, allen Versprechen zum Trotz, eigentlich tief konservativ ist. Möglicherweise sind das mit Sarkozys Brille auch die kompetentesten Männer und Frauen der Republik. Wahrscheinlich ist das aber nicht.
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