13 Tage Show mit 15 gefangenen britischen Soldaten sind vorbei, gekrönt wie jeder gute Auftritt des Propaganda-Spezialisten in Teheran mit einem Populismus-Feuerwerk. Erst hat das Regime von Ahmadinedschad die Soldaten als Verbrecher bezeichnet, mit Prozessen gedroht, den Westen verflucht und auf großer Mann gespielt. Die Welt hatte etwas Angst, was die Verrückten, für die man die Iraner zur Zeit kollektiv alle hält, diesmal wieder planen würden. Ob sie einen Vorwand für die USA und ihre Verbündeten liefern wollen, dort einzumarschieren und den Irak-Fehler zu wiederholen. Doch das klappte nicht ganz, die Briten erwiesen sich als sehr geduldiges Volk und auch der oberste Scharfmacher aus Washington bewies einen Anflug von Realität, als er voll auf Diplomatie setzen ließ.
Das verwirrte den Iraner erstmal, denn damit hatte man offensichtlich nicht gerechnet. Mit unwiderlegbaren Beweisen auf Seiten der Briten, gestützt durch Angaben ausgerechnet der Iraner, dass die Briten sehr wohl auf irakischen Gewässern fuhren, war die Welt sich relativ einig in ihrer Ablehnung der ganzen Sache. Nichtmal alte Partner und sonstige Sympathisanten wie Russland oder China stellten sich hinter die Iraner. Was also tun? Zugeben, dass man Akte der Piratie begangen hat, die man seit Tagen als rechtmäßig zu verkaufen versucht hat, war keine Alternative. Also verlagerte man sich auf andere Methoden. Die Gefangen wurden vorgeführt, man sollte sehen, wie gut man sie behandelt (im Gegensatz zu denen in Guantanamo wohl) und sie behaupteten auch alle "freiwillig" genau das getan zu haben, was die britische Regierung vorher als objektiv nicht möglich bewiesen haben. Und man suchte eine Lösung, wie man diese Briten wieder loswerden könnte. So zum Beispiel die Idee, man ließe sie gehen, wenn Großbritannien dafür zusichert, die Grenzen des Irans zu respektieren. Was sie ja bisher schon getan haben.
Auch das war keine Möglichkeit, also musste der Iraner so tun, als wäre er der Stärkere. Und weil der Prophet der Moslems grad mal wieder Geburtstag hat, nutzt Ahmadinedschad das, um, in einer sehr stark inszenierten Pressekonferenz, die britischen Soldaten "zu begnadigen". Und dann hat er sie, lachend, begleitet nach draußen, denn Ahmadinedschad ist ein ziemlich gewiefter Junge. Damit will er zwei Dinge zeigen: 1.) Wir hatten weiterhin Recht, es gibt nur Gnade vor Recht. 2.) Wir sind viel netter als ihr alle glaubt.
Die Welt täte gut daran, wenn sie, bei aller Freude über die Vernunft der iranischen Machthaber in diesem Fall, dieses Handeln als das entlarvt, was es ist: Propaganda. Aber ziemlich gewiefte, in der Tat.