Ich habe größten Respekt vor Kanada, ein Land mit sehr vielen Vorbildern, einer liberalen Gesellschaft, einem guten Sozialsystem und anderen Dingen, um die Deutschland sie eigentlich nur beneiden kann. Die Liberalität der Kanadier hat aber auch manchmal etwas ungesunde Ausprägungen. So zum Beispiel im Fall des Waffen-Lobbyisten Karl-Heinz Schreiber, gegen den Deutschland seit Jahren ein Auslieferungsbegehren vorantreibt, der sich aber dem kanadischen Rechtssystem so geschickt bedient hat, dass er bisher jeder Auslieferung widerstehen konnte. Nun hat das oberste Gericht in Ottawa
seine Klage gegen Auslieferung abgewiesen und ihn in Haft nehmen lassen. Bisher hatte Schreiber versucht, der Justiz so lang zu entgehen, bis seine Taten verjährt sind. Wenn Kanada jetzt die Auslieferung durchzieht, so würde das einen Strich durch seine Rechnung machen. Nun darf die kanadische Justiz nicht wieder anfangen Fehler zu machen, wie ihn auf Kaution freizulassen. Denn in diesem Fall könnte man sicher sein, dass er wohl ziemlich wahrscheinlich verschwindet. Oder dass der 72-jährige noch verstirbt, bevor er zur Rechenschaft gezogen werden kann.