Eine Kommission von Experten, die als "Wissenschaftsrat" bekannt sind, haben in Berlin eine Stellungnahme abgegeben mit Vorschlägen, wie die Masse an Vorlesungen an den Universitäten des Landes bewältigt werden könnten. Er
empfiehlt die Einführung von sog. "Lehrprofessuren", also Professoren an den Hochschulen, deren Schwerpunkt zu 60% bei der Lehre liege und nicht wie heute üblich solche, die mit 8 Stunden Vorlesung die Woche schon über ihre Überlastung jammern. Damit diese mehr Zeit zum Forschen haben, sollen sie also Kollegen bekommen, die sich darum kümmern, dass die Studenten, die was lernen wollen, auch ein wenig mehr Aufmerksamkeit bekommen, nachdem sie in den meisten (alles CDU/CSU-regierten) bisher nur extra zahlen müssen, dass ihre Professoren die Zeit für die Forschung haben.
Wie bei den Arbeitgebern und Vorgaben bei Autos, so herrscht auch bei den Hochschulen eine Art pawlowscher Reflex gegen jede Reform. So schreien die meisten Hochschulen nämlich nach diesem Vorschlag jetzt Zeter und Mordio, solche Professuren seien ein Anschlag auf die Einheit von Lehre und Forschung, weil diese statt 45/45/10 (Lehre/Forschung/Verwaltung) 60/30/10 arbeiten sollen. Keiner hat übrigens vorgeschlagen, die normalen Professuren abzuschaffen, um es mal anzumerken. Aber die Hochschulen verhalten sich manchmal eben genauso reflexartig wie ihre Arbeitgeberkollegen. Die Parallelen sind interessant...