Geschrieben von SoWhy in
Politik for Dummies | Montag, 29. Januar 2007 |
Höhere Standards? Kosten Arbeitsplätze! Mindestlöhne? Kostet Arbeitsplätze!! Niedrigere Preise? Kostet Arbeitsplätze!!! Man könnte annehmen, dass in diesem Land keine Reform- oder Gesetzgebungstätigkeit mehr möglich ist, ohne dass aus irgendeiner Ecke der Schrei kommt, dass das alles Arbeitsplätze kosten würde. Egal was irgendeine Stelle, ob Landes-, Bundes- oder EU-Regierung, plant zu tun, sobald sie droht, die Pfründe irgendeiner Industrie anzutasten, holen die betreffenden Verbände die "Kostet Arbeitsplätze"-Keule heraus, wie es die Autoindustrie im Moment wieder einmal tut, weil ihnen Brüssel vorschreiben will, ihre CO2-Schleudern zu verbessern (und das noch mit sehr milden Vorgaben). Wie ein pawlowscher Reflex kommt dann auch immer aus der Union- und FDP-Ecke der Versuch, sich beim Arschkriechen bei der Industrie zu übertreffen.
Das Zynischste am Gejammer der jeweils betroffenen Industrie ist aber nicht der vollkommen schamlose Einsatz der Arbeitsplätze-Keule, sondern die Tatsache, dass diese Drohung eigentlich nicht mehr viel bringt. Denn die Konzerne, wie die Deutsche Bank es als 1A Beispiel vorgeführt hat, entlassen die Leute ja genauso, wenn es ihnen gut geht. Egal ob sie Jammern oder Jubeln, die Arbeitsplätze kostet es trotzdem. Leider betrachtet die Union da die Dinge zu reflexartig einseitig.