Stoiber bleibt noch,
hurra? Man muss sich keine Illusionen machen, was Stoiber gestern in Kreuth erreicht hat, war eine begrenzte Menge
Treue Light™, nicht weil er so ein toller Typ wäre, sondern nur, damit die CSU nicht noch mehr Sympathien verspielt, wenn sie ihn sofort zum Teufel schickt. Sobald sich die königlich bayerische Staatspartei hinter den Kulissen geeinigt hat, wen sie los werden muss (Stoiber, Söder, Höhenberger...) und wen sie stattdessen einsetzt (Beckstein, Seehofer...), wird sie innerhalb der nächsten Wochen, maximal Monaten es wohl schaffen, den bisher sturen König Edmund I. vom Thron zu stoßen und einen neuen einzusetzen. Der Parteitag, der eigentlich "entscheiden" soll, wird mit gewisser Sicherheit zum Jubelparteitag, der lang und breit die "Verdienste" Stoibers loben wird und den neuen Chef / die neuen Chefs feiern wird. Einen Parteitag mit harten Diskussionen wird man nicht erwarten dürfen.
Selbst Edmund Stoiber dürfte mittlerweile verstanden haben, dass seine Chancen, weiter zu machen, recht gering sein dürften. Die einzige Möglichkeit, die ihm noch bleiben dürfte, ist zu versuchen, Erwin Huber zu pushen (ohne dass es jemand merkt). Würde sich Huber stark genug fühlen, könnte es sein, dass er mit Beckstein konkurriert, mit dem Ergebnis, dass Stoiber stärker scheint als die beiden sich gegenseitig blockierenden Konkurrenten. Nur in diesem Fall würde Stoiber uns weiter "erhalten" bleiben und damit weiter die optimistischen Höhenflüge der bayerischen Opposition beflügeln.
Würden in Bayern demokratische Grundsätze gelten, wäre so eine Situation perfekt für die Opposition, die sich so geschlossen wie nie zeigt und so viel Aufmerksamkeit erlangt, dass sie durch das ständige Sonnen in selbiger einen Sonnenbrand bekommt. Die Idee, durch einen Volksentscheid den Landtag absetzen zu lassen (als "Volksentscheid über Stoiber", hätte nur eine Chance, wenn sie schnell genug umgesetzt werden könnte. Wie aber mein Professor Peter M. Huber heute in der SZ richtig bemerkt hat, dürfte es mindestens 3 Monate dauern, bis so ein Volksentscheid stattfindet, eine Zeit, die mehr als genug sein dürfte für die CSU, hinter den Kulissen ihre oben genannten Pläne zu vollziehen.
Mit einiger Sicherheit lässt sich voraussagen, dass Stoiber langsam aber sicher abgesägt sein dürfte und die CSU 2008 mit einem neuen Kandidaten antritt. Sicher dürfte leider auch sein, dass der bayerische Wähler all die undemokratischen Vorgänge der letzten Wochen und Monate bis dahin längst vergessen hat und leider weiterhin aus Gewohnheit wählen geht.
Der gestrige Tag war für die Medien doch regelrecht unbefriedigend — das Kontigent von Print-, Hörfunk- und TV-Journalisten in Wildbad Kreuth wird kein geringes gewesen sein. Umso enttäuschender der Ausgang der “alles klärenden” A...
Aufgenommen: Jan 17, 13:07