Eine bestürzende, tragikomische Nachricht ist zur Zeit auf heise online zu lesen: Die Stiftung von Bill Gates, die "Bill & Melinda Gates Foundation", gilt als die größte und finanzstärkste private wohltätige Organisation der Welt (um hier mal kurz auch ein Vorurteil auszuräumen, Bill Gates ist Atheist. Weil ich immer wieder hören muss, dass nur religiöse Menschen gute Taten täten). So reich ist die Stiftung, dass sie in zwei Teile geteilt ist, einen wohltätigen, der den Menschen hilft und einen wirtschaftlichen, der gezielt investiert, damit für Teil 1 genug Geld da ist und da bleibt. So weit, so sinnvoll. Das Problem,
das jetzt aufgetaucht ist, besteht darin, dass Teil 1 nicht weiß, was Teil 2 so machte. Um es konkret zu formulieren: Der wirtschaftliche Teil der Stiftung investiert (sehr stark) in Firmen, die für die Probleme verantwortlich sind, die der wohltätige Teil zu lindern versucht. Dass das natürlich wenig Sinn macht, ist offen ersichtlich. 8,7 Milliarden Dollar sollen in Firmen stecken, die den Zielen der Stiftung zuwider arbeiten. Nun kann man Bill Gates vieles vorwerfen, aber so blöd ist er auch nicht, dass man behaupten könnte, dass das Absicht wäre. Wohl eher wusste hier der linke Arm nicht, was der rechte Arm so tat und umgekehrt. Hoffentlich sieht jetzt mal jemand hin und sorgt dafür, dass das Ganze nicht mehr geschieht. Die Anteile der Stiftung an den Unternehmen könnten auch ein Vorteil sein, denn mit genug Anteilen, hätte sie auch genug Einfluss, die Unternehmen zu zwingen, deren Ziele und Vorgehensweisen zu ändern.