Geschrieben von SoWhy in
Politik for Dummies | Freitag, 5. Januar 2007 |
Das Bundeskartellamt hat eine Liste der Gas-Anbieter der Bundesrepublik zusammengestellt und die Münchner Stadtwerke Versorgungs-GmbH kommt unrühmlicher Weise nur auf einen der hinteren Plätze. Das hat viele Gründe, die Ölpreiskopplung des Gaspreises, die längeren Lieferwege in den Süden, die Konzessionsabgaben an die Landeshauptstadt. Für die CSU hat es nur eine: OB Ude will die Bürger "abzocken", die Stadtwerke seien ein Schaden für die Bürger. Es stimmt, selbst E.on Bayern ist (vier Euro im Jahr) billiger, was blind gesehen ein Super-Argument wäre, Privatisierungen wieder zum Allheilmittel zu erklären. Doch vier Euro sind nicht viel und im Gegensatz zu E.on Bayern, vom Freistaat privatisiert, vulgo verscherbelt, gehen die Gewinne der Stadtwerke wieder zurück an die Bürger. Und nicht in die Tasche der Aktionäre. Und würde man die Konzessionsabgaben senken, wären die Stadtwerke auch billiger als E.on Bayern, aber dann fehlt halt das Geld und die CSU würde sich wieder beschweren, dass zuwenig Geld für Kindergärten und ähnliches ausgegeben werde. Am liebsten hätten sie alles und zwar umsonst, aber das ist natürlich nicht möglich. Ich frage mich nur, was passiert, wenn die SWM ihre Preise senken und billiger als E.on Bayern würden. Die CSU würde wohl immer noch von "Abzocke" sprechen, aber dann kann man ihnen vorhalten, dass das ehemalige Staatsunternehmen E.on noch mehr abzocke, aber darüber hört man in der CSU irgendwie keine Beschwerden. Private Unternehmen dürfen das, nur kommunale nicht. Wenn die CSU etwas "Abzocke" nennt, ist es halt immer nur die halbe Wahrheit...