Geschrieben von SoWhy in
Politik for Dummies | Freitag, 8. Dezember 2006 |
Ich bin ja ein SZ-Abonnent und ich lese diese Zeitung mit einiger Freude, denn meistens sind die Artikel objektiv und sachlich gestaltet und informieren mich ohne mir eine Meinung auferlegen zu wollen. Leider gibt es auch immer Ausnahmen. Der Besuch des katholischen Obermafioso war so eine Zeit und auch in diesen Tagen wird sie etwas unsachlich zu meinem Leidwesen. Das Beispiel, was mich in diesem Fall betrübt, zeigt ein sehr beunruhigendes Auseinanderfallen von Text und Illustration. Ich hole ein wenig aus:
In Oberföhring wurde wie den meisten bekannt ein junger Mann festgenommen, der der Polizei dadurch aufgefallen ist, dass er im Chat des Rappers Bushido verkündet hat, er wolle an seiner alten Arbeitsstelle, welche ihn vor zwei Jahren gefeuert hatte, Amok laufen und seinen alten Chef töten (und andere der ehemaligen Mitarbeiter). Die Polizei hat ihn daraufhin festgenommen und sprach erst von einem Nachahmungstäter (von Sebastian B. in Emsdetten). Mittlerweile ist klar, dass dieser Mann das Ganze selbst geplant hatte. Nun fanden sie in dessen Wohnung einige sog. "Killerspiele" und deshalb bebildert die Süddeutsche Zeitung den heutigen Artikel dazu mit einem sehr verschwommenen Screenshot von Counter-Strike (welchem immer noch dieses Etikett anhängt obwohl selbst die BPjM dieses Urteil verneint hat). Ein sehr unglücklich gewählter Versuch, den Grund des Ganzen darzustellen. Im dazugehörigen Artikel spricht der Autor nämlich dann auch davon, dass der Verdächtige Migrationshintergrund (also in Deutschland sowieso schon benachteiligt), keinen Abschluss (wie 12% aller bayerischen Schulabgänger) und keine Arbeit (kein Wunder ohne Schulabschluss) hat und der Artikel spricht ebenfalls von "zerrütteten" Familienverhältnissen. Er spricht also die Gründe für den mutmaßlichen Plan sehr genau an. "Killerspiele" sind keiner davon. Ich wünschte, wenigstens die SZ würde auf diesen Populismus verzichten.