Das neue Schuljahr beginnt ja bald und in einer kleinen Gemeinde irgendwo in Bayern auf einem Landgut wird die Niederlage der bayerischen Bildungspolitik dokumentiert werden: Weil Erzwingungshaft und Strafen nicht geholfen haben, um die Eltern der "12 Stämme" dazuzubringen, ihre Kinder in die Schule zu schicken, hat das Kultusministerium aufgegeben anstatt das Recht durchzusetzen. Konsequenz aus dieser Entscheidung: Jeder religiöse Fanatiker weiß nun, dass man nur ne Weile ausharren muss um seinen Willen gegen das Gesetz durchtzsetzen. Denn die "12 Stämme" dürfen ihre Kinder mit Segen von Siggi Schneider zu Hause unterrichten - abgewichen vom Lehrplan ohne Sexualkunde und Evolution. Achja, und ohne Schulabschluss. Nach Ende der Schulpflicht, was das einzige ist, wozu diese "Bildung" dienen wird, werden diese Kinder keinerlei Ahnung vom Leben haben und keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Das Kultusministerium hat abgewogen, Religionsausübungsfreiheit und Erziehungsrecht der Eltern gegen die Bildung der Kinder und ihre Chancen im Leben. Und sich gegen die Kinder entschieden. Konsequenterweise hätte das Ministerium dafür sorgen müssen, dass den Eltern, die ihre Kinder von der Gesellschaft vollkommen abschotten, das Sorgerecht entzogen würde. Sein Leben abgeschieden von der Realität zu verbringen, weil die Eltern einer komischen Religion anhängen, vollkommen ohne jegliche Chance, selbst zu entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Und wenn sie jemals dort entkommen, stünden sie komplett ohne Schulabschluss auf der Straße.
In Hamburg
läuft ein ähnlich gelagerter Fall anders. Die Behörden der Hansestadt greifen hart durch und ziehen das Gesetz durch. Aber in Bayern kapituliert man. Zum Leidwesen der betroffenen Kinder...