Auf ARTE lief heute abend ein Themenabend über den
spanischen Bürgerkrieg, mit einer sehr interessanten Dokumentation über Franco und eine über den Verlauf des Krieges. Wenn man diese Bilder sieht und die Geschichte hört, wird einem klar, dass die Niederlage der Demokratie in Europa bereits 1936 ihren Beginn nahm und nicht erst mit ihrer Auslöschung in weiten Teiles des Kontinents durch Hitler und Konsorten. Zu diesem Zeitpunkt, als eine gewählte und rechtmäßige Regierung von rechten, faschistischen, monarchistischen und (nicht zu vergessen) katholisch-klerikalen Kräften attackiert wurde, als ihre eigene Armee gegen sie verwandt wurde, musste jedem klar sein, welches Schicksal den meisten demokratischen Ländern Europas drohen würde.
Vernichtender als der Putsch gegen die republikanische Regierung war für die Demokratie nur "Appeasement", die Reaktion Frankreichs und Großbritanniens, der beiden großen noch demokratischen Länder. Um sich selbst nicht in Gefahr zu bringen (und in Frankreich wegen des Widerstands der, wen überraschts, katholischen Kirche), beschlossen sie, dass man sich nicht einmischen sollte. Während also deutsche und italienische Waffen
ganze Städte in Schutt und Asche legten, drehten Frankreich und die Briten Däumchen. Allein die UdSSR schickte Waffen und Munition, was für erstgenannte eine weitere Ausrede war, der demokratischen Regierung nicht beizustehen.
Der spanische Bürgerkrieg und seine Reaktionen waren die Bankrotterklärung der Demokratie. Man mag spekulieren, ob ein Eingreifen der großen Demokratien den 2. Weltkrieg früher beginnen lassen hätte, aber das ist kein Punkt. Womöglich schon, aber das wäre kaum vernichtender gewesen. Ich bin kein Historiker, aber ich persönlich denke, dass Nazi-Deutschland 1936/37 noch keinen Krieg mit den Allierten riskiert hätte, vor allem nicht für Franco. Selbst wenn sie es getan hätten, so wären, die Allierten wohl stärker dagestanden im folgenden Krieg, mit 2/3 Spaniens auf ihrer Seite.
Solche Gedanken kommen einem, wenn man sich mal mit den weniger bekannten Kriegen und Konflikten des letzten Jahrhunderts auseinandersetzt. Hoffnung bleibt, dass die Welt daraus lernt und zukünftigt Demokratie entschiedener verteidigt. Denn bisher wurden Werte oft genug wirtschaftlichen oder politischen Interessen unterstellt...