Es war, vor langer langer Zeit, in einem weit entfernten Königreich namens Nordrhein-Westfahlen, da lebte ein Mann, voller Heldenmut und Tapferkeit beseelt, der loszog, die alte Dame SPD zu retten. Dieser Mann, Clementius genannt, war mutig genug, die Wahrheit zu sprechen, die keiner zu sagen traute und als er sich das wagte, da kam ein böser Drache und erschlug den mutigen Ritter auf der Stelle...
So oder so ähnlich stimmen es die SPD-Rechte zur Zeit an, Hand in Hand mit der CDU witzigerweise und
so manchem Kommentator...
Die Lesarten unterscheiden sich, aber ihr Kern ist immer der selbe: Grotesk. Vergessen die Tatsache, dass Clement in der Tasche der Energiekonzerne ist all seine Äußerungen in dem Bereich dadurch beeinflusst werden, vergessen, dass er sich hingestellt hat und indirekt gesagt hat "Leute, wählt nicht meine Partei". Es gibt nur noch das arme Opfer Clement, das vernichtet wurde von einer meinungsfreiheitsfeindlichen SPD. Eine Partei, die sich rächen wolle für Hartz IV und Co...
Die Wahrheit ist natürlich ganz eine andere, aber die passt nicht ins Bild. Ich bin auch SPD-Mitglied und ich sage oft meine Meinung, hier und auch sonst wo. Aber im Gegensatz zum armen Herrn Clement bin ich auch Demokrat: Wenn mein Standpunkt nicht die Mehrheit der Leute überzeugen kann, mag er deshalb nicht falsch sein. Aber ich gehe nicht in die Öffentlichkeit und erkläre allen Leuten dass dem so sei. Und, noch viel wichtiger, ich stelle mich nicht hin und sage "Weil meine Meinung nicht die Mehrheit gefunden hat, sollt ihr nicht meine Partei wählen!" Das ist unsolidarisch und wer in die SPD eintritt, der tut das, weil er sich den drei Grundsätzen "Freiheit", "Gerechtigkeit" und "Solidarität" verbunden fühlt. Wer öffentlich beweist, dass er die Solidarität nur soweit schätzt, wie es seinen Arbeitgebern in den Kram passt, der muss dann eben auch mit den Konsequenzen rechnen.
Parteischädigend, das ist zu sagen, ist weniger der Anlass gewesen, als die jetzt entstehende Debatte, die Herr Clement auch hat kommen sehen müssen, weil er stur war, anstatt den Fehler einzusehen. Denn der Fehler war nicht, eine andere Meinung zu haben, sondern sich hinzustellen und zu sagen, dass die eigene Partei nicht zu wählen sei. Egal wie es die Clement-Fans darstellen wollen. In anderen Parteien würde so ein Ausschluss auch nicht die geringste Kontroverse auslösen...
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