Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend will offensichtlich noch zwei Geschäftsbereiche mehr: Religion und Zensur. Denn das BMFSFJ hat sich mit einem Antrag auf Indizierung des religionskritischen Kinderbuchs "Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel" an die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) gewandt. Darin wird ausgeführt, dass der Autor, Michael Schmidt-Salomon, der oft genug als jüdischer Intrigant verdächtigt wurde, in dem Buch antisemitische Tendenzen verwirklicht, weil er einen Rabbi die Sinnflut-Story bestätigen lässt. Dass das nur Kritik an einem alten Buch ist und kein Angriff auf Juden wird dabei wohl bewusst ignoriert.
Ausführlich mit Kopie des Zensur-Antrags auf hpd-online.
Update (1.2.08, 12:15 Uhr): Michael Schmidt-Salamon muss einen Dankesbrief an das Ministerium schicken: Die Zensurbestrebungen und die damit verbundenen Reaktionen (die Religionsgemeinschaften sind, wen wunderts, für eine Zensur) haben dazu geführt, dass viele Leute erstmals von dem Buch erfahren haben und es jetzt kaufen, bevor es vielleicht indiziert wird. So ist es von Platz 50 bei Amazon mittlerweile auf Platz 1 der Bestsellerliste geklettert. Wer Kinder hat oder beschenken will, sollte sich überlegen, sich den Käufern anzuschließen bevor Ursel mit ihrer Zensur wirklich durchkommt.
Ich hatte mit meinem Pessimismus wohl doch recht, ich wusste doch, dass es falsch war, die SPD in Hessen schon zum Sieger zu erklären. Am Ende sind die Menschen doch zu blöd, um Koch auch abzuwählen und nicht nur abzuwatschen…
Und Niedersachen war sowieso klar, bei nem Ministerpräsidenten, der weniger Profil hat als ein paar Balletschuhe.
Die arme kleine Andrea: Der böse Rowdy Wolfi hat ihr gesagt, dass er ihre Windräder voll doof findet und allen Kindern gesagt, sie sollen nicht mit ihr spielen, sondern, das hat er aber nicht so gesagt, lieber mit dem kleinen Roland, weil der immer so strahle. Und Strahlen, die mag der Wolfi gern.
Aber die Clique von der Andrea mag den Wolfi nimmer, obwohl er eigentlich zu ihnen gehört und der Roland einer der bösen schwarzen Bande. Also sagt zum Beispiel der Peter, dass man den Wolfi aus der Clique ausschließen solle...
Soviel zum Kindergarten, der sich aufgrund der Äußerungen von Wolfgang Clement entwickelt hat. Die Einzige, die es geschafft hat, souverän zu reagieren, ist interessanterweise diejenige, der der Angriff galt, nämlich Andrea Ypsilanti. Sie hat das Ganze als Lobby-Arbeit aufgedeckt und ignoriert.
Ihre Genossinnen und Genossen aus der SPD dagegen sind dabei, Clement zu einem Märtyrer zu machen. Dabei hat er sich durch seine Aussagen, die recht klar die Meinung seines Arbeitgebers entsprechen, politisch selbst ins Aus gestellt. Ihn dafür aber aus der Partei zu werfen, würde niemanden nützen: Die SPD ist eigentlich eine Partei, die, im Gegenzug zu manch anderen, missliebige Meinungen vielleicht nicht honoriert, aber mit Sicherheit zulässt.
Heute war in der Abendzeitung ein Artikel über einen Jugendlichen, der vormals Straftäter war und jetzt ein neues Leben anfangen will. Überschrift: "Er war Jugendstraftäter und will jetzt Koch werden."
Nicht nur mein erster Gedanke war "Der Job ist doch schon vergeben!"
Die München-CSU plakatiert dieser Tage, um auf Roland Kochs Populismus-Welle mitreiten zu können (die wohl nicht so gut funktionieren will), nebenstehendes Plakat. Im Endeffekt will sie damit den Eindruck erwecken (= will vorsätzlich Lügen), der OB billige solche Taten...wenn man aber ein wenig nachdenkt, muss man zu einer anderen Konsequenz kommen: Wenn solche Taten passieren, dann hat wohl derjenige versagt, der für innere Sicherheit zuständig ist, mittelbar auch jener, der für Bildung und Soziales zuständig ist. Und wer ist das in Bayern? Richtig, die CSU. Im Endeffekt lautet die Aussage dieses Plakats (abgesehen davon, dass es unterste Schublade ist): "Wir sind schuld, dass das passiert ist. Wählt uns!"
Ich frage mich, für wie blöd Herr Schmid von der CSU die Münchner Wähler hält. Hoffentlich nicht so blöd, dass sie darauf reinfallen...
Es kam, wie es kommen musste. Die CSU-Regierung im Innenministerium hat beschlossen, dass das geplante Volksbegehren gegen die Finanzierung einer Transrapidstrecke in München verfassungswidrig sei. Damit dürfte es als gescheitert anzusehen sein. Ja, klar, die Gegner werden vor den bayerischen Verfassungsgerichtshof ziehen um doch noch Zulassung zu erlangen. Die Chancen dafür sind jedoch marginal. Die Richter an diesem Gericht sind, nach jahrzehntelanger CSU-Herrschaft, natürlich nach deren Kriterien genehm ausgewählt und haben, sei es beim Büchergeld oder bei den Studiengebühren zum Beispiel, immer im Sinne der Regierung und unter Missachtung der Verfassung entschieden. In diesem Fall dürfte es ähnlich verlaufen. Schade, dass in Bayern die Hürden für direkte Demokratie so hoch sind, dass Angst vor dem Wähler ausreicht, um sie zu verhindern.
Das fordert Heribert Prantl in seinem Kommentar von Hessens Ministerpräsident Koch und verweist, in gewohnt klarer Sprache, darauf, dass nicht die Werkzeuge des Jugendstrafrechts verändert werden müssen, sondern die Anwendung, gerade auch in Hessen. Denn die Praxis beeinflussen Budgetkürzungen und Haushaltseinsparungen, aber keine Gesetzesverschärfungen. Die sind nämlich gar nicht nötig.
Wer auch immer bei Sat.1 auf die Idee kam, The IT-Crowd mit deutschen Schauspielern neu zu drehen, der war wohl auch derjenige, der dem Sender eine Reihe weiterer Flops beschert hat, die jeden vernünftigen Zuschauer am Geisteszustand der Sat.1-Verantwortlichen zweifeln lassen. Ihre neueste Idee, das "iTeam", schießt jedoch den Vogel ab: Wenn man aus einer genialen britischen Sitcom über Computer-Nerds den britischen Humor herausnimmt und ihn mit deutschem ersetzt, dazu Pointen nicht hinkriegt oder falsch übersetzt, dann kommt ein mieser Abklatsch raus, den man nur belächeln kann.
Markus Baumer hat sich die Mühe gemacht, einmal offensichtlichen Mist zusammenzustellen und einen Vergleich der beiden ersten Folgen bei YouTube gepostet:
Auch findet sich bei ihm eine Liste von Bloggern, die ihm und mir dabei zustimmen, dass eine Sychronisation der Serie um einiges sinnvoller gewesen wäre. Aber das wäre ja nicht Sat.1-doof gewesen.
"Die Geschichte von Noahs Arche zeigt eine interessante Eigenart menschlichen Denkens auf: Die allermeisten Leute finden es toll, dass Gott Noah und all die Tiere gerettet hat. Aber kaum einer denkt sich "Moment, hat der Typ grad nicht zig Millionen Menschen und Tiere ertränkt?""