Die CSU der bayerischen Stadt Regensburg ist seit langem eine verrückte Angelegenheit. Da bilden sich offene Seilschaften, ein Netzwerk rund um den Stadtrat Thomas Fürst hatte die parteiinterne Macht übernommen und die meisten Stellen mit Getreuen, da kommen dann Angriffe wegen rechtsextremer Parolen im Fürst-Lager und Gegenangriffe wegen "Kirchenfeindlichkeit". Die Landes-CSU hat dem lange Zeit zugeschaut und erst als der amtierende OB Schaidinger drohte, auf einer eigenen Liste mit seinen Getreuen anzutreten, griff der Bezirkschef Hans Spitzner ein, wirkte dabei aber wenig glücklich. Es gab Kommisionen, die die Vorwürfe prüfen sollten und jetzt hat der Bezirk entschieden: Thomas Fürst darf 5 Jahre keine Ämter und Mandate haben, zwei seiner Getreuen für 3 Jahre. Grund hierfür: Das Bilden der Seilschaften. Die von vielen Leuten erhobenen Rechtsextremismus Vorwürfe wurden dabei außen vorgelassen.
Das konnten Fürst und Co. offensichtlich nicht auf sich sicher lassen: Der Vorstand der Regensburger CSU, besetzt mit Fürst-Getreuen, ließ zu einer Vorstandssitzung einladen. Dabei wurde Franz Rieger, deren Vorsitzender, entschuldigt, davon wusste er aber nichts. Da traf sich also der Vorstand (ohne Vorsitzenden) um sich mit den Urteilen des Bezirksvorstandes auseinanderzusetzen.
Dieser hatte nämlich dem Fürst-Gegner Christian Schlegl trotz Vorwürfe der "kirchenfeindlichen Äußerungen" nicht bestraft. Das wollte das Fürst-Lager offensichtlich nicht auf sich sitzen lassen und beschloss auf dieser Sitzung daher den Ausschluss Schlegls anzustreben, weil er sich negativ über Bischof Gerhard Ludwig Müller geäußert haben soll. Und das gefällt der CSU ja nicht, so Meinungsfreiheit bezüglich der Kirche. Die Regensburger CSU beweist dieser Tage also, dass es immernoch nicht alles geklärt ist. Und die Schlammschlacht wohl weitergehen wird. Die meisten Wähler werden sich davon, wie bei den anderen Brandherden der CSU, wohl nicht abhalten lassen, CSU zu wählen.
Mehr zum Thema:
[ Für 24stunden.de verfasst. ]