Nun ist es also soweit, dass der Bahn
der Kragen platzt: Wenn Bund und Freistaat sich nicht bald einigen, wer dem Edmund seinen Leuchtturm bezahlt, will sagen, wer den Transrapid finanziert, dann will die Bahn aufhören, auf eigene Kosten weiterzuplanen. Der Freistaat reagiert prompt und wirft dem Bund und der EU vor, nicht zahlen zu wollen. Die EU denkt offensichtlich nicht im Traum daran und der Bund gibt sich zwar hin und wieder als Transrapid-Fan, denkt aber nicht daran, den Großteil der Kosten zu bezahlen. Die Lücke hat sich dementsprechend von 205 Millionen Euro auf 350 Millionen Euro erhöht. Und das nur bei den optimistischsten Rechnungen von 1,85 Milliarden Euro von Huber & Co. Realistische Schätzungen gehen ja mittlerweile von 2,8 Milliarden Euro aus. Das ist den Befürwortern wohl auch klar, aber diese hoffen natürlich darauf, dass eine solche Erhöhung nach Beginn der Bauarbeiten dann durchsetzbar werde, mit dem Argument dass es sonst ja Verschwendung gewesen sei.
Interessant sind neue Entwicklungen in anderen Ländern: Der Iran, der Welt zur Zeit verhasstes Kind, überlegt, einen solchen Transrapid zu bauen, damit die Pilger von Teheran schneller in ein 285 km entferntes Pilgerzentrum kommen können. Die bösen, islamistischen Mullahs im Iran beweisen also ein den lieben, christlichen() Politikern überlegenes Denken, weil sie nicht mit Strecken planen, die sich eigentlich nicht rechnen. Nur sind das ja böse, islamistische Mullahs und der Zentralrat der Juden beschwert sich natürlich sofort darüber, dass ein deutsches Unternehmen mit dem Iran Geschäfte zu machen sich überlegt.
Otto Wisheu, ehemaliger bayerischer Wirtschaftsminister und heute Bahn-Vorstandsmitglied, freut sich dagegen darüber, weil es die Ansicht widerlege, keiner wolle den Transrapid haben. Folgt man seiner Logik, muss man aber auch zu dem Schluss kommen, dass man keine deutsche Referenzstrecke (was die Münchner Strecke sein soll) brauche, um das Ding zu verkaufen. Aber als guter CSUler erwähnt er natürlich nur den Part, der vorteilhaft klingen soll. Nicht überraschend, jedoch könnte eine Strecke im Iran Vorteile bringen, denn wenn die Pilger mit westlich-abendländischer Technik ihre Kult-Stätten besser erreichen können, kann daraus auch eine gewisse Erwärmung für den hiesigen Kulturkreis bedeuten. Das muss man auch bedenken. Auch, dass Ahmadinedschad nicht ewig im Amt sein wird.