
Ich bin ja kein großer Konzert-Gänger. Wenn man ehrlich ist, ich war eigentlich noch nie auf einem Konzert, das mich Eintritt gekostet hat, d.h. immer nur bei Bands von Freunden. Dementsprechend war ich etwas nervös, was mich auf meinem Trip ins Orangehouse erwarten würde. Zum Glück hab ich eine Freundin gezwungen, mitzukommen, die eigentlich kein "of Montreal"-Fan war. Ich betone das "war" - was so ein Abend doch ändern kann. Aber zurück zur Chronologie.
Nachdem ich erstmal am Heimeranplatz 20 Minuten auf die o.g. Dame warten musste, ging es los auf Suche des Weges zum Feierwerk, der, so stellten wir fest, seit neuestem mit einer Mauer versperrt ist. Zum Glück waren schon anderen Leute auf die Idee gekommen, diesen Weg zu benutzen und hatten dementsprechend Bretter entfernt. Ankunft 21:40 Uhr, nur 10 Minuten nach offiziellem Beginn, das war noch recht fix. Grade pünktlich zur Vorband, Blek Le Roc, die gar nicht mal so schlecht waren, nachdem sich meine Ohren an die Lautstärke gewohnt haben. Das Publikum war aber wenig aktiv und tänzelte nur ein wenig im Rhytmus, war aber sonst recht passiv. Das änderte sich mit dem Main-Act, of Montreal.
of Montreal, für die Kenner, gilt seit Jahrzehnten quasi schon als Indie-Geheimtipp und etwas "wunderlich", was man ziemlich schnell merkte: Kevin Barnes, der Lead-Sänger, sieht meist aus wie eine schlecht geschminkte Tunte, mit Strapsen und auch die anderen Mitglieder der Band sind mit Engelsflügeln, russisch-wirkenden Mützen oder ähnlichen geschmückt, sehr witzig. Die Show war ziemlich gut, beginnend mit den aktuellen Tracks in fast langweiliger Album-Reihenfolge, aber das änderte sich bald: Ob sie 10 Minuten nur Melodie spielten bei denen sie sich an den Instrumenten abwechselten, Kevin Barnes für ein Lied sich in einen Riesen "verwandelte" oder sie Beatles-Yellow-Submarine-Style Videos einblendeten, diese Band gibt so einem Konzert ihr eigenes Flavour, das eben noch wirklich kreativ scheint. Und leider war es meiner Meinung nach auch viel zu schnell zu Ende, kurz nach Mitternacht mit zwei Zugaben.
Aber of Montreal wären nicht of Montreal, wenn sie nicht etwas anders wären als andere Bands: Trotz langjährigem Bestehen, hunderten Konzerte oder zigtausend verkaufter Platten, sind sie immernoch eine "Band von Nebenan". Kevin kam danach in die Halle, redete mit den Leuten, hockte sich dazu als wär er ein Kumpel dieser Leute. Meine Begleiterin, die am Ende des Konzerts vom Saulus zum Paulus quasi sich wandelte, war voll happy, dass sie ein Foto mit ihm bekam und auch noch ein sehr "interessantes" Autogramm. Auswendig weiß ich das nichtmal mehr, ich weiß nur noch, dass "and someday that will make sense." am Ende stand. Wie passend.
Fazit: Ein sehr gelungenes Konzert mit einer sehr netten und guten Band. Und mit 12€ Eintritt auch noch erschwinglich =)
PS-Fazit: Ich brauch ein Handy mit besserer Kamera -.-