Nichts zu verbergen IIGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies | Dienstag, 31. Oktober 2006 |
Auch nichts zu verbergen, wenn wir grad beim Thema sind, dürfte die Transrapid Betreibergesellschaft DB Magnetbahn haben. Hat sie aber wohl doch, denn eine Anfrage des Oberbürgermeisters Münchens zum Sicherheitskonzept für die Münchner Strecke wurde verweigert. Dass nicht mal die bei einem Unfall direkt betroffenen, die kommunalen Rettungskräfte zu allererst, wissen dürfen, wie die Konzepte aussehen, sollte zu Denken geben. Ein Schelm der, der denkt, dass es gar kein Konzept gibt...
Österreichischer StillstandGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies | Dienstag, 31. Oktober 2006 |
"Wir haben nichts zu verbergen!" Dieser Satz der abgewählten österreichischen Mitte-Rechts Regierung wirkt fast ironisch dieser Tage. Denn er bezog sich auf den Kauf einiger Eurofighter durch diese Regierung, zu denen sie alle Details peinlich genau verschweigt. Zu einem Punkt, wo die ÖVP jetzt die Gespräche über eine große Koalition deshalb auf "Eis gelegt" hat, weil die SPÖ es gewagt hatte, ihre Abgeordneten deren Rechte wahrnehmen zu lassen und diese, mit Unterstützung der Gründen und FPÖ, einen Untersuchungsauschuss eingerichtet haben. Die ÖVP sieht darin einen Affront gegen ihr Vertrauen, was sehr verwunderlich ist, wenn man nichts zu verbergen hat. Vielleicht haben sie ja doch was zu verbergen, wenn sie sich so sträuben. Nichtmal die CSU in Bayern hat sich so gegen Untersuchungsausschüsse gewehrt.
Für das Land bedeutet das weiteren Stillstand, einen Monat nach der Wahl haben Koalitionsgespräche noch nicht einmal begonnen und auf der Straße sprechen die Bürger schon von Neuwahlen. Doch Neuwahlen würden den Politikverdruss nur weiter steigern... Ich bin soooooo blöd...Geschrieben von SoWhy in Me, Myself & I | Samstag, 28. Oktober 2006 |
Selbsterkenntnis, der erste Weg zur Besserung. Oder so. Heute hab ich mal wieder gemerkt, wie blöd ich eigentlich bin. Folgendes Geschehen: Ich hatte einen netten Abend mit ein paar Freunden und Freudenfreunden, man kennt es ja. Das war Nähe Giselastraße in München. Da ich nicht wirklich fit bin heute, hab ich mich halb elf abgeseilt, bin zur U-Bahn. Für die, die mich nicht kennen, kurze Erklärung: Ich hatte zwei Möglichkeiten (gedacht zu haben): Entweder U3 => U2 => Bus 141 oder U3/U6 => Bus 141. Ich dachte mir, letztere wäre gemütlicher, 20 Minuten Busfahren lässt genug Zeit zum Zeitung lesen. Also rein in die U3 (mit der ich auch die andere Variante nehmen könnte), dann die nächste aussteigen, hoch zu den Bussen. Bis mir einfällt, dass um diese Zeit der 141 nicht mehr von der Münchner Freiheit abfährt. Kopf=>Wand. Wieder runter, nächste U3 genommen, dann umgestiegen in die U2 bis Harthof. Dort ist mir dann eingefallen, dass der Bus nur alle 20 Minuten fährt. Also bin ich zu Fuß heim, was genau 2 Minuten schneller war. Und all das nur, weil ich Zeitung lesen wollte... -.-
Ewiger Thronfolger aller ReligionenGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies , Thinking versus Believing | Freitag, 27. Oktober 2006 |
Nicht nur in der CSU ist es verbreitet, auf Probleme Lösungen anzubieten, die das Problem nicht lösen. Heutiges Beispiel: Prinz "Thronfolger" Charles, Prinz des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland (ohne dass die Nordiren dazu gefragt wurden), hat angekündigt, dass, falls seine Mutter vor ihm stirbt (was nicht so wahrscheinlich ist wie es klingt) er sich nicht nur in einer christlichen Kulthandlung krönen lassen wolle. Nein, um zu zeigen, dass
Der richtige Weg, um zu zeigen dass er König aller UKler sein wolle, ist Charles nicht eingefallen scheinbar: Nämlich gar keine kultischen Krönungen zu feiern, sondern nur eine bürgerliche. War wohl zu offensichtlich... Gegen WahlcomputerGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies | Freitag, 27. Oktober 2006 |
Ich war immer schon ein Befürworter von moderner Technik und Wahlcomputer waren eigentlich in meinen Augen immer eine gute Idee. Nunja, ich kann mich auch irren, wie mir ja leidlich bekannt ist. Der CCC hat in Cottbus eine Reihe von Sicherheitsmängeln entdeckt, als dort Wahlcomputer eingesetzt wurden. Auch andere Probleme sind mir klarer geworden, als ich mir ein paar Dinge dazu durchgelesen hab. Zum Beispiel die fehlende Transparenz bei solchen Wahlmaschinen, die eine Überprüfung der Wahl kaum möglich machen. Das alles hat mich dazu geführt, wie 14000 andere, eine Petition an den Bundestag zu unterzeichnen, die die Abschaffung der Erlaubnis zur Verwendung dieser Wahlcomputer in §35 BWahlG fordert. Ein Schritt, den ich jedem anderen auch empfehle...
Ich war im Fernsehen!!!Geschrieben von SoWhy in Me, Myself & I | Donnerstag, 26. Oktober 2006 | Selbstverliebt, wie ich nunmal bin, muss ich allen, die es nicht interessiert, mitteilen, dass ich im Fernsehen war. Hurra for me!!! Zur Story, Gerhard Schröder hat ja bekanntermaßen seine ziemlich frühen Memoiren veröffentlicht, die, soweit ich das gelesen hab, was nicht viel war, eine Generalabrechnung mit allen innerparteilichen und sonstigen Gegnern (linke, Gewerkschaften etc.) darstellen. Das Buch ist noch nicht erhältlich, aber dennoch kam der BR bei meinem Ortsverein vorbei und befragte uns, ziemlich selektiv natürlich, zu bestimmten Passagen. Meine Reaktion war natürlich kritisch, wie man das von mir so kennt (*g*), aber generell brach das Ganze in eine Diskussion über Schröder an sich aus, wie man das nunmal in demokratischen Parteien so kennt. Wir sind ja nicht gleichgeschaltet. Man muss ja auch sagen, dass dieses Buch nur ein PR-Gag ist, der nur dazu dienen soll, Schröders Ego aufzublasen indem er allen anderen die Schuld gibt. Hilfreich ist es in Zeiten von Putins Machtdemonstrationen nicht, wenn man den Leuten denjenigen immer wieder zeigt, der Putins dickster Kumpel ist. Menschen tendieren dazu, daraus irgendwie eine Zustimmung der SPD zu Putins Menschenrechtsverletzungen zu konstruieren... Aber egal, ich war im Fernsehen, das ist das wichtigste. Wo ich mal wieder feststellen durfte, wie sch**** meine Stimme eigentlich klingt. Es gibt halt nichts ohne Kehrseiten ;-) Unglaublich...aber Uni...Geschrieben von SoWhy in Learning by studying | Donnerstag, 26. Oktober 2006 |
Ich glaub es nicht...Wochen hat es gebraucht, bis sich der Lehrstuhl dazu herablassen konnte, Scheine auszustellen. Nun gut, nicht deren Schuld, sondern die des Freistaates, der überall Leute einspart. Aber dennoch, heute sollten sie fertig sein und ich bin voller Vorfreude rübergetanzt um meinen Schein in Empfang zu nehmen. Aber Pustekuchen, ich krieg keinen, weil laut Lehrstuhl hab ich die erste Probehausarbeit nicht geschrieben. "Wie bitte?", hab ich mir gedacht, ich hör wohl nicht richtig, klar hab ich die. Nur Juristen sind simpel gestrickt, wenn ich das behaupte, muss ich das auch beweisen. Weshalb ich dann nochmal vorbeikommen muss, mit einer herauszukramenden Hausarbeit von vor einem Jahr, damit ich das Ding bekomme. Was'n Chaos....
Glücklicher ohne GottGeschrieben von SoWhy in Thinking versus Believing | Montag, 23. Oktober 2006 |
Vom Kampf der Wissenschaftler gegen die Mythen der Religion in den USA, wo Atheisten eine geächtete Minderheit darstellen, schreibt dieser SPIEGEL-Artikel.
Gefunden über den neuen Humanistischen Pressedienst... Des Studenten FreudGeschrieben von SoWhy in Ready for the real life? | Montag, 23. Oktober 2006 |
Ahh, Großmessen, was gibt es schöneres. Die Systems ist dieser Tage in München und als noch-c't-Abonnent hab ich ne Freikarte gehabt. Studenten haben, so ist allen bekannt, eine besonders ausgeprägte Form der Mitnahmementalität, die dem Deutschen so inne ist, denn alles was man umsonst kriegen kann, muss man bekanntlich nicht kaufen. Vor allem Schreibgeräte und Süßigkeiten. Ich kam mir also wie ein kleines Kind im Spielzeugladen vor. Mit Mantel (mit großen Taschen) und Stofftasche bepackt hab ich mich reingestürzt und bei jedem Stand, wo etwas Schreibgeräte- oder Süßigkeitenmäßiges rumlag, hab ich zugelangt, manchmal begleitet von den bekannten vorwurfsvollen Blicken der Aussteller, die ja ihre Produkte an den Mensch bringen wollen. Aber sowas stört jemanden mit meiner Mitnahmementalität ja schon lange nimmer. Deshalb konnte ich mich freuen, gute Beute gemacht zu haben, wenngleich nicht ganz so viel wie 2004 (Foto 1, 2) oder 2005 (Foto 1, 2). Die Aussteller werden halt immer geiziger ;-)
Die diesjährige Beute sieht wie folgt aus: ![]() Auch nicht schlecht, was? So sieht es nach Gegenständen sortiert aus. Kugelschreiber brauch ich ne Weile nimmer:
Die Wahrheit will man nicht hören...Geschrieben von SoWhy in Politik for Dummies | Freitag, 20. Oktober 2006 |
...dieses Gefühl hab ich irgendwie dieser Tage in der CSU Bildungsdiskussion. Ein internes Papier der christlich-stoiberischen bayerischen Staatspartei hat es auf den Punkt gebracht: Hauptschulen, die bringen es einfach nicht, die müssen radikal reformiert werden. Nur das will man nicht zugeben, das sei keine Position der CSU oder der Staatsregierung. Schade muss man sagen, denn diese Erkenntniss wäre wertvoll.
Doch es ergeht ihr, mit vorherrsehbarer Sicherheit wie man vorher wissen konnte, wie mit allen anderen Realitäten der Bildungspolitik, wie das G8 oder Ganztagsschulen. Auch hier hat die CSU über Jahrzente sich der Realität verweigert, um es dann überstürzt oder chaotisch und ungeplant doch halbherzig zu verwirklichen. Schuld daran ist, wie an so vielem, das konservative Weltbild: Die Hauptschule verdankt ihre Existenz der Lehre der Dreigliedrigkeit der menschlichen Intelligenz, nach der man die Kinder möglichst früh in Kasten einteilen sollte, die sie möglichst nicht verlassen. Eine Lehre, die schon lange überholt ist, so dass sie in keinem anderen Land der Welt (außer Österreich) praktiziert wird. Auch die Halbtagsschule ist diesem konservativen Weltbild geschuldet: Kinder sollen am Nachmittag von ihren Müttern betreut werden, die daher also möglichst nicht arbeiten sollen. Aber auch diese Denkweise ist lange schon überholt, wie wir alle wissen. Deshalb haben auch andere Länder nicht nur Gesamtschulen, sondern auch Ganztagsschulen. Wie mit G8 und Ganztagsschulen wird auch die Realität über die Hauptschulen als "Abfalldeponie für hoffnungslose Fälle" irgendwann von der CSU halbherzig eingestanden werden. Nur wird auch das viel länger dauern als es gut wäre für die Kinder, die davon betroffen sind. Bis dahin dürfen wir uns realitätsferne Aussagen wie die folgende von CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann: "In Bayern ist und bleibt die Hauptschule immer das, was der Name ausdrücken sollte: nämlich die beliebteste Schulform". Das wäre zum Lachen, wäre es nicht so ernst... Kleine Freundlichkeiten im AlltagGeschrieben von SoWhy in Ready for the real life? | Donnerstag, 19. Oktober 2006 |
Was ich mal in den Raum stellen möchte und um ein Meinungsbild fragen möchte bei meinen paar Lesern ist folgende "Marotte" von mir: Wenn ich Bus fahre und vorne beim Fahrer einsteige, dann begrüße ich ihn meistens. Das selbe gilt, wenn ich aussteige, verabschiede ich mich kurz, mit "Ciao" oder "Auf Wiedersehen".
Eine Freundin von mir hat mich mal besucht und wir sind zusammen Bus gefahren zu meiner Wohnung. Als ich das getan habe, wie selbstverständlich, war sie ganz verwundert und fragte mich, wieso ich das tue, ob ich den Fahrer denn kenne? Ich verneinte, woher auch. Womöglich hab ich schon mal gesehen, doch mein Gedächtnis ist leider nicht sehr gut. Dennoch, ihre Verwunderung verfolgt mich immer noch, obgleich diese Episode des Alltags nun knapp ein Jahr her ist. Ich hielt es immer für selbstverständlich, zu allen Leuten freundlich zu sein und wieso nicht auch Busfahrer. Ich habe im letzten Jahr also immer ein wenig darauf geachtet und mir ist aufgefallen, dass ich ziemlich allein da stehe. Allein ältere Herrschaften tendieren dazu, dies zu teilen, aber diese sehen auch meist in vielen Personen Leute, mit denen sie quatschen können. Jetzt möchte ich mal ein paar Meinungen dazu hören: Bin ich wirklich so veraltet? PS: Interessante Nebenbeobachtung: Wenn man vor einer Reihe Menschen einsteigt und den Fahrer grüßt, imitieren dies die meisten nachfolgenden Personen auch. Verdammte Erstsemester!Geschrieben von SoWhy in Learning by studying | Donnerstag, 19. Oktober 2006 |
Das ist doch mal wieder typisch. Als wir letztes Jahr frisch an der Uni waren, bekamen wir die abgef****ten LMU-Rucksäcke noch, die viel zu klein waren und abgesehen davon noch hässlich. Damals hab ich mich schon aufgeregt, dass die Uni so veraltet ist, dass sie noch Rucksäcke austeilt, wo doch alle Welt Taschen verwendet. Nun raten wir mal, was dieses Jahr verteilt wurde...Richtig! Umhängetaschen! Und zwar in weiß, nicht schlecht aussehend und dazu noch praktisch. Nicht, dass ich damit zur Uni gehen würde, das tut man ja nicht, aber sonst hätte ich aller Welt zeigen können, auf welcher "Elite"-Uni ich doch bin. Aber nein, wir kriegen keine Taschen und ich bin 100pro sicher, dass ich meinen Rucksack auch nicht eintauschen kann. Verdammte Uni!
Bildungspolitisches Deja-VùGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies | Mittwoch, 18. Oktober 2006 |
Als ich heute früh aufgestanden bin, hab ich das wie üblich getan, während ich B5 aktuell gehört hat, den Nachrichtensender des BR. Man muss ja früh morgens schon wissen, was sich in der Welt bewegt hat. Als ich gehört habe, dass der Landtag heute über die Vermeidung von Schulschließungen diskutieren würde, dachte ich demnach, ich würde noch träumen. Das kam mir doch bekannt vor: "Wenig Schüler ... Schule macht zu ... Familien ziehen weg ... Gemeinden sterben aus". Das klingt wie ein bekanntes Problem, dass die BayernSPD seit Jahren predigt. Dann hörte ich das, was es klar machte: "Auf Antrag der CSU". Ahh, die königlich bayerische Staatspartei kopiert (mal wieder) hemmungslos die Anträge der Opposition und verkauft sie als selbstgemacht. Was in diesem Fall besonders lustig ist, da es die CSU war, deren Vorschlag es war, diese Schulen zu schließen. Aber temporäre selektive Amnesie kennen wir ja schon von diesen Leuten. Was sie jedoch nicht schafft, ist den korrekten Schluß aus dem Problem zu ziehen: Anstatt Regionalschulen oder gleich Gesamtschulen zu schaffen durch Zusammenlegungen wie die Genossen im Landtag fordern, sollen die Klassenstufen zusammengelegt werden. Aus irgendwelchen Gründen glaubt man bei der CSU, ein vertikaler Lehrstoffmix sei bekömmlicher als ein horizontaler. Nur löst dass das Problem nicht, es ist nur Herumdoktorn mit der Maxime, dass die Dreiklassigkeit der Bildung nicht aufgehoben werden darf. Nur wer von vorneherein Dinge für undiskutierbar erklärt, der kann keine ehrliche Diskussion führen...
Zwangs-OptimismusGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies | Dienstag, 17. Oktober 2006 |
Als SPD-Fraktionschef im bayerischen Landtag muss man ja optimistisch sein, so scheint es. Franz Maget ist mal wieder von einem solchen Optimismus befallen in einem Interview mit der SZ und ich hasse es zu tun, aber mein Genosse scheint ein wenig fern der Realität zu leben. Nur weil die CSU in einigen Umfragen knapp unter 50% liegt, gibt es keinen Grund zu jubeln. Wir liegen bei der Hälfte, mit Glück, was Franz etwas zu übersehen scheint. Natürlich kann es passieren, dass der bayerische Wähler das Licht sieht, erkennt, dass er bei Wahlen eine Wahl hat und nicht aus Tradition CSU wählen kann. Aber das ist kaum wahrscheinlich. Selbst wenn die Leute Stoiber loshaben wollen, würden sie trotzdem annehmen, dass sie keine Wahl haben, weil die CSU ihn halt aufstellt. Die anderen Parteien, vor allem die Sozis, die wirken für den traditionellen bayerischen Wähler wie Fremdkörper, selbst wenn man niemals eine solche Partei regieren gesehen hat. Aber logisches Denken ist in diesem Fall nicht sehr verbreitet. Nur der Optimismus vom Franz ist etwas fehl am Platz. Aber das dürfte ihm selbst klar sein.
Ab stultitia humana apud kettenmailisGeschrieben von SoWhy in Ready for the real life? , Wide (and) Wild Web | Montag, 16. Oktober 2006 |
Von der menschlichen Dummheit bei Kettenmails
Manchmal, so denke ich, bin ich doch schlauer, als der normale Mensch. Manchmal, so scheint es mir, mutieren die klügsten Köpfe zu Idioten, die brav ihrem Herdentrieb folgen. Der Herdentrieb, der ihnen befiehlt, ohne zu Denken, Dinge zu befolgen, also ziemlich der selbe, der Religionen speist. Aber dieser Post geht um ein anderes Problem: Kettenmails. Sie sind schlecht gemacht meistens und so auffällig fake, dass man laut drüber lachen könnte. Könnte, aber um sie zu lesen, muss man sie erst bekommen und das ist dann der letzte Beweis, dass nicht jeder so klug ist, wie man dachte. Es sind solcherlei Augenblicke, die den ruhigsten Menschen zum Misanthropen mutieren lassen. Dieses Mal, mal wieder, betrifft es die Lokalisten, eine Community, die vor allem in München sehr bekannt ist. Mit 10000 Mitgliedern online im Durchschnitt ist sie auch eine sehr große Community, die immer wieder unter der Serverlast ächzt. Und bestimmte Menschen haben einen Spaß daran, diese Last weiter zu vergrößern, nur um sich danach wieder darüber zu beschweren, dass Dinge zu langsam gehen. Das heutige Meisterwerk: Hallo, LokisWas sofort auffällt ist, dass Menschen glauben scheinen, die Administratoren (sind mehrere) der Plattform seien nicht in der Lage, deutsche Grammatik oder Rechtschreibung zu beherrschen. Abgesehen davon scheinen die Menschen, wie auch bei ICQ zu glauben, dass die Plattform kein eigenes Newssystem besitzt. Sehen wir uns den Inhalt an: Wie kann es eine Begrenzung von freien Namen geben? Die ist nur durch die Größe der Festplatten begrenzt. Aber ich nehme mal an, 32 Zeichen dürfte eine gute Grenze sein. Bei ca. 100 möglichen Zeichen, haben wir eine Menge von 10032 möglichen Kombinationen. Das ist 100 x 100 x 100 x 100 x 100 x (...) x 100 oder kurz gesagt, eine 1 mit 64 Nullen. Damit man es vorstellbar ist: 10.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Kombinationen. Aber selbst WENN es eine Begrenzung gäbe, müsste ein Admin nicht schätzen, wie viele frei sind. Er könnte nachgucken. Mal weiter gelesen: Ein Admin kann genauso nachgucken, wann die Leute sich das letzte mal eingeloggt haben, ein viel sicherer Hinweis, wer aktiv ist. Ein weiteres, das sicherste Zeichen, einer Fake-Mail: "Das ist kein Scherz", kombiniert mit vielen Ausrufezeichen am Ende. Wer würde sowas schreiben, wenn er nicht genau wüsste, dass die Leute den Fake sonst sehen würden? Einmal Lesen reicht also aus, um das ganze als Mist zu erkennen. Trotzdem hab ich diese Nachricht mehrmals bekommen, selbst von Leuten, die ich für intelligent hielt. Diese Einschätzung sollte ich vielleicht nochmal überdenken in diesen Fällen. Wenigstens dafür sind sie gut... Ehre wem Ehre nicht gebührt...Geschrieben von SoWhy in | Montag, 16. Oktober 2006 |
Am Wochenende wurden in München zwei neue U-Bahnhöfe eröffnet. Um genau zu sein, in Garching, Münchens nördlicher Uni-Ableger-Stadt. In der neuen Endhaltestelle der U6, genannt Garching-Forschungszentrum, hängen zum Gedenken und zur Ehre von vielen bedeutenden Wissenschaftlern, Gedenktafeln. Von Einstein oder Planck zum Beispiel. Und auch von Messerschmitt und Dornier, jenen Flugzeugbauern, die die Kriegsmaschinerie der Nazis mit angefeuert haben.
In meinen Augen ist es eine Unverschämtheit, diese beiden Männer zu ehren. Egal welche technischen Leistungen sie erdacht haben mögen, eine Ehrung sollte das Gesamtbild der Person betreffen. Und keiner der Beiden hat eine solche verdient. Durch blanke Profitgier getrieben mussten KZ-Arbeiter und Zwangsarbeiter in ihren Werken bis zum Tode schuften, damit die Nazis möglichst viele Flugzeuge kaufen könnten. Durchgesetzt hat die Ehrung Stoibers Schoßhund, Wolfgang Herrmann, der Rektor der TU München. Und die zuständige Stadt Garching hat sich das gefallen lassen. Selbst winzige, monoton klingende Hinweise ("Seine Firma baute während des zweiten Weltkrieges Kampfflugzeuge, auch unter Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen, von denen viele dabei zu Tode kamen.") an den Tafeln wurden erst nach Widerstand von Opferverbänden und Protestgruppen angebracht. Nicht, dass diese wahrlich nicht sehr kritischen Winzzusätze etwas ändern würden. Auch dadurch wird diese Ehrung nicht weniger als zu einer Farce, die zu ertragen mir schwer fällt. Schwerer noch wiegt, dass meine Genossen das mitgetragen haben. Der Bürgermeister Garchings ist von der SPD und auch Christian Ude, der OB Münchens, nennt die Tafeln zwar "problematisch", schiebt jedoch die Verantwortung von sich. Doch da sie einen MVG-Bahnhof "schmücken", fällt es auch auf München zurück, wen die Fahrgäste beim U-Bahn-Fahren sehen müssen. In diesem Fall hätte er sich stark machen müssen dafür, dass diese Ehrung nicht stattfindet. So fällt dieses Versagen auch auf ihn zurück. Ad Hominem & Tu QuoqueGeschrieben von SoWhy in Alles, Etwas oder Nichts | Montag, 16. Oktober 2006 |
Ich frage mich mal wieder was. Im FGH kam eine Diskussion auf und ich vertrete zwar einen Punkt, aber ich hätte doch gern mehrere Meinungen dazu. Also schreib ich's mal hier rein, wer das liest, mag mir was dazu schreiben:
Es geht um zwei Argumentationsformen, die beide zu den "schmutzigen Tricks" gehören in einer Diskussion, deren Existenz und Einsatz man aber jedoch kennen sollte: Argumentum Ad Hominem und Tu Quoque. Wer diese noch nicht kennt, der mag mir kaum helfen können, aber ich erkläre sie kurz (für den, der Wikipedia-Faul ist): Argumentum Ad Hominem bedeutet im Grunde genommen, nicht das Argument des Gegenüber zu zerlegen, sondern den Gegenüber selbst zu attackieren.Nun, da ich das geklärt hätte, mein Problem. Oder besser gesagt, die Frage die wir uns stellten: In welchem Zusammenhang stehen diese beiden Argumentationstypen? Ist jedes Tu Quoque automatisch ein Argumentum Ad Hominem oder gibt es auch Fälle, bei dem dies nicht so ist? Um Input wär ich sehr dankbar :-) Christlich Demokratische(?) UnionGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies | Freitag, 13. Oktober 2006 | (...) wird Demokratie zumeist als allgemeiner Sammelbegriff für Herrschaftsformen gebraucht, deren Herrschaftsgrundlage aus dem Volk abgeleitet wird.Soweit Wikipedia. Unsere Freunde von der CDU in Hamburg sehen das Volk nicht als ganz so wichtig an. Es darf zwar brav CDU wählen, aber mehr auch nicht. Wenn es dennoch etwas entscheidet, so scheint dies der CDU ein Dorn im Auge. So geschehen 2004: Das Volk hatte in einem Volksentscheid beschlossen, dass es ein neues Wahlrecht möchte, dass Kumulieren und Panaschieren erlaubt, ähnlich dem bayerischen. Damit kann der Wähler nach seiner Wahl die starren Parteilisten aufbrechen und auch Leute nach vorne holen, die auf der Liste weit hinten stehen. So wollte es der Wähler also. Aber nicht die örtliche CDU. Die hat nämlich mit ihrer absoluten Mehrheit diesen Beschluss nahezu aufgehoben, mit der Begründung dieses Wahlrecht sei zu kompliziert. Und ich dachte immer, was ein Bayer kann, kann jeder andere auch. Der wahre Grund dürfte wo anders liegen: Nämlich darin, dass Kumulieren und Panaschieren der CDU unmöglich macht, starr im Hinterzimmer auszukungeln, wer ins Parlament darf. Das wär ja schade. Was ist gegen dieses Kalkül schon der Wille der Hamburger Wähler? Nicht viel scheinbar. Eine solche Ignoranz ist sehr christlich, aber nicht sehr demokratisch. Doch christlich und demokratisch zusammen ist sowieso ein Oxymoron... 1,4 ProzentGeschrieben von SoWhy in Politik for Dummies | Donnerstag, 12. Oktober 2006 |
Das ist die Menge der Abgeordneten, die sich gegen das neue Abgeordnetengesetz wenden, dass sie unter anderem dazu zwingen würde, ihre Nebeneinkünfte offen zu legen. Genauer gesagt sind es 9 von 614, wie Heribert Prantl treffend darlegt. 9 Parlamentarier, die sich daran machen, das Bild vom habgierigen Abgeordneten, der so vielen Firmen dient, dass er das vor dem Volk, das ihn gewählt hat, verschweigen muss, weiter zu zementieren. Denn der Wähler sieht die restlichen 98,6%, die das Gesetz erst beschlossen und unterstützt haben weniger genau als diese 9 Leute, die sich dagegen wenden. Ich möchte nicht viel darüber verlieren, denn das macht Herr Prantl sehr gut in oben verlinkten Kommentar. Nur ein paar Zahlen sind interessant: Unter den Klägern befinden sich 6 Abgeordnete der Union, 2 der FDP und, zu meinem Beschämen, einer der SPD. Das macht 0,5% der SPD-Abgeordneten, aber 2,7% der Unions-Abgeordneten und 3,3% der FDP-Abgeordneten. Prozentual gesehen haben bei den Schwarzen und Gelben mehr Leute was zu verbergen. Was eine interessante Zahlenspielerei ist, aber keinen realen Wert hat. Die riesige Mehrheit der Abgeordneten hat nichts zu verbergen, diese Mehrheit schwankt nur wenig signifikant, von 96,7% und 97,3% bei FDP und CDU/CSU über 99,5% bei der SPD zu 100% bei Grünen und Linken. Nur Otto BILD-Leser wird die o.g. 1,4% sicherlich mit den restlichen Politikern gleichsetzen. Bedanken können sich die hart arbeitenden Volksvertreter, die z.T. 70-80 Stunden die Woche arbeiten, dann bei Friedrich Merz und Konsorten. Dafür, dass sie sich wieder anhören müssen, dass sie das Volk verraten. Friedrich Merz übrigens hat 12 Nebenjobs...fragt sich, wie er da noch Zeit hat, das Volk zu vertreten.
Sicherer, aber...Geschrieben von SoWhy in Politik for Dummies | Mittwoch, 11. Oktober 2006 |
Wie sagte George W. Bush, die USA seien sicherer, aber noch nicht sicher. Kurz vor den Wahlen im November erschüttern ein paar interessante Sex-Skandale die ohne-hin schon kriselnden Republikaner und jetzt auch das noch: In New York fliegt ein Flugzeug in ein Hochhaus. Mal wieder. Als würde man die amerikanischen Wähler mal wieder erinnern müssen, dass Bush in 5 Jahren mit Steuersenkungen für die Reichen und Beschränkungen der Bürgerrechte überhaupt nichts tun konnte, um sowas zu verhindern. Nun war es diesmal kein Terroranschlag wie es scheint. Doch es beweist eines wunderbar: In dem Flugzeug hätten auch der Terror-Schorsch und der Islamisten-Sepp drin sitzen können, mit samt einer Ladung Sprengstoff und die hätten ohne Probleme ein weiteres Hochhaus New Yorks in die Luft jagen können.
Stellt sich die Frage, ob die Amis nochmal drauf reinfallen und wieder die Leute wählen, die 5 Jahre lang nichts vernünftiges getan haben. Man traut es ihnen fast zu nochmal so dumm zu sein...
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