Edmund Stoiber ist schon ein Künstler. Vor allem, wenn es darum geht, die Schuld auf "die dort in Berlin" abzuschieben, die alles böse erschaffen, mit denen die armen Bayern geplagt werden. Und so übt er sich auch dieser Tage wieder in dieser Kunst. Und weil der Edmund so großzügig ist, lässt er die anderen Unionsländerfürsten mitsingen. So stimmen sie das "Lied vom Ungerechten Gesundheitskompromiss" an, der ja nicht tragbar sei. Und zum Wohle ihrer Wähler, würden sie das auch nicht tun.
Als die große Koalition vor knapp einem Jahr ihre Arbeit aufnahm, erhofft sich der deutsche Michel eine neue Aufbruchsstimmung im Land, die große Koalition war gepriesen worden als einziges Mittel, mit denen sich die Politiker, das Wohl der Bürger im Kopf, gegen die bösen Lobbyisten durchsetzen könnten. Vor allem im Gesundheitssystem, mit den ach so mächtigen Kassen, den Ärzte- und Apothekermafias und der Pharmalobbyisten. Was der mündige Wähler aber nicht bedacht hat ist, dass er die Lobbyisten selbst gewählt hat, in Form der Unions-Ministerpräsidenten. Diese führen jetzt einen Kampf gegen einen Kompromiss, der zu Recht als Mist bezeichnet werden kann. Nur muss man dabei bedenken, dass dieser Kompromiss erst aufgrund von Stoiber und Co. so schlecht geworden ist. Erst haben die Unionsfürsten das ganze zerredet und zu Tode kompromissiert, jetzt beziehen sie Position dagegen. Und tun dabei so, als wäre das nur Idee der Bundesregierung...vergessen aber zu erwähnen, dass sie diese Regierung mittragen.
Das Ziel dieser Politik ist klar: Der Gesundheitsfond wird kommen, denn Angela Merkel hat damit ihr Schicksal als Kanzlerin verknüpft. Er wird kommen und es wird ein Murks sein. Und damit ist dann die Bühne frei für Stoiber und Co., die Kanzlerin abzusägen. Und dabei ihre Hände in Unschuld zu waschen. Und ich fürchte, der Wähler wird es ihnen auch noch glauben...
Dazu passend, mal wieder,
Klaus Stuttmann: