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Politik for Dummies | Donnerstag, 20. Juli 2006 |
Die Regierung ist mal wieder im 19ten Jahrhundert und verteidigt vehement, dass man auch Abgeordnete gefälligst vom Geheimdienst überwachen lassen sollte. Dem widerspricht, wie zu erwarten und zu Recht, Heribert Prantl, des BVerfGs dritter Senat.
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Politik for Dummies | Mittwoch, 19. Juli 2006 |
"In der Werbung klappts doch auch!" dachte sich der Bunderarbeitsundsozialsuperminister Franz Müntefering diese Tage. Man nehme also ein bereits existentes Mittel auf dem Arbeitsmarkt, nenne es jetzt "Kombilohn für alle über 50 Jahre", verpackt das Ganze in einen schönen Namen wie "50+" und fertig ist das neue Wundermittel, dass ältere Arbeitslose dazu bewegen soll, ihren Hintern in Billigjobs zu schleifen. Die Tatsache, dass dieses Mittel seit Jahren existiert (und nicht funktioniert) stört den Minister da nicht im Geringsten. Hauptsache es klingt nach Reform! Deutschland, einig Reformland!
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Politik for Dummies | Mittwoch, 19. Juli 2006 |
Wie alle Münchner seit gestern aus der Zeitung wissen, haben die stadteigenen Stadtwerke München (SWM) Teile der ebenfalls stadteigenen Olympiapark GmbH übernommen. Die SWM, mit einem Gewinn von 50 Mio. € im letzten Jahr, finanziert den Deal aus eigener Tasche und nimmt der Olympiapark GmbH die Dinge ab, die sie eh besser kann, Technik, Strom, Wasser und die Olympiaschwimmhalle, die damit endlich ins SWM Bädersystem integriert wird. Im Endeffekt ergibt das Einsparungen von einigen Milliönchen im Jahr, weil die SWM ja schon die nötigen Techniker hat für das Zeug, die das miterledigen können. Eine Superidee also. Findet wohl auch die CSU im Stadtrat, denn sie hat keine Kritik an der Sache. Aber weil man als Opposition nunmal opponieren muss, greift sie halt den OB persönlich an, weil diese Idee ja in einer nicht-öffentlichen Stadtratssitzung fiel und es jetzt die Öffentlichkeit wüsste. Wenn das ihr einziges Problem ist...
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Alles, Etwas oder Nichts , Thinking versus Believing | Mittwoch, 19. Juli 2006 |
Als ich gestern im Bett lag (allein natürlich, sonst würd ich sicher nicht sowas denken) kam mir der ultimative Grund, wieso Jesus nicht existiert haben KANN. Wie bekannt, existieren außer der Bibel keine Quellen über diesen Supermann. Mir fiel dann ein, dass eine Zeitung, die davon lebt, genau solche Sachen tagtäglich zu behaupten ("Blinder kann wieder sehen - sein erster Weg war in den Puff", "Von den Toten wiederauferstanden - Staat verlangt dennoch Grabgebühren" etc.) in diesem Land immerhin 10 Millionen geschätzte Leser hat. Daraus folgt, dass ein nicht kleiner Teil des Landes aus Leuten besteht, die sowas begierig verfolgen. Die neuen BILD-Pseudo-Fotografen (Leser mit Kamera die damit ihre Schaulustigkeit in Geld für BILD umwandeln) sind ein weiterer Beleg. Und ich fragte mich also, wenn Leute heute so sind, so waren sie das wohl vor 2000 Jahren doch auch, denn so schnell ändert mensch sich nicht. Also müsste ein Typ, der rumläuft, Leute heilt, von den Toten aufersteht, übers Wasser geht etc. eigentlich auffallen und es müsste, sagen wir mal, 12-15% der Schreiber geben, die genau sowas aufschreiben. Doch keiner hat es getan. Was mir als Beweis logisch erscheint.
Eine andere Form wären Blogger: Da wo es sensationsgeile Menschen gibt, gibt es auch Leute, die jede Nichtigkeit kommentieren müssen: Blogger. Und weil auch Blogger nur einen alten menschlichen Trieb ausleben, müsste man meinen, dass es damals schon Blogger gab (oder eher Vorläufer davon), die dann Kommentare wie "Jesus enthüllt - alles Bluff" oder "Der Trick mit dem Auferstehen" notieren.
Ich sollte die Zeit eher zum Schlafen verwenden...
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Politik for Dummies | Dienstag, 18. Juli 2006 |
Während in Israel und dem Libanon der Konflikt eskaliert und die Welt vom dritten Weltkrieg Angst hat, werden, wie so oft, Rufe laut, man sollte doch da unten ne UN-Schutztruppe abladen, die sich darum kümmert. Tolle Idee, hat nur ein paar winzige Häkchen: Sie haben kaum Authorität, sind meist eh unterbestückt, die USA päppeln lieber die Israelis auf und, achja, die sind schon da. Hab ich heute in der Zeitung gelesen, anscheinend hat sie wohl jeder andere auch vergessen. Und das schon einige Jährchen, 28 um genau zu sein. Gebracht hat es kaum was, außer dass Kofi Annan einen sehr genauen Bericht bekommen hat, wie viele Raketen über deren Köpfe geflogen sind. In die Schlagzeilen geraten ist diese Truppe dadurch, dass die Israelis bei ihrem Marsch nach Südlibanon einen von denen erwischt und verletzt haben. Zum Beweis für deren Machtlosigkeit und dem Unsinn des Konfliktlösungsmittels "UN-Truppe". Vielleicht sollten die Mächtigen der Welt sich mal zusammensetzen und was wirkungsvolleres ausarbeiten...auch wenn ich nicht wüsste, was das sein sollte.
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Alles, Etwas oder Nichts | Montag, 17. Juli 2006 |
WM und Bruno der Problem(stoi)bär haben es verzögert, aber jetzt ist es da! Das Sommerloch! BILD hat es, wie üblich, als erstes gefunden und ist jetzt der Meinung, wir sollten uns gefälligst alle Duzen...zur Partystimmungsverlängerung nach der WM ("das neue DU Gefühl", geiles Wortspiel oder?). Denn solang wir uns alle wie eine große Gemeinschaft fühlen, vergisst Otto Bildleser die riesigen Steuererhöhungen sicher schnell. Scheint irgendwer dort zu glauben. Als Kronzeugen für das Duzen hat die BILD natürlich Dieter Bohlen, wen sonst. Weil man den von BILD zum "Pop-Titanen" ernannten nicht oft genug mehr sieht (zum Glück), muss er brühwarm erzählen, wie toll er das DU doch findet. Kronzeuge Nummer 2 ist Christian Wulff, CDU(wen wunderts)-Ministerpräsident von Niedersachen. Auch er findet, dass das Duzen heutezutage viel lockerer sei als früher (als die Gummistiefel noch aus Holz waren). Aber der Wulff täte auch alles, damit er mal wieder zu Wort kommen darf.
Die BILD belegt diese tolle neue Idee mit der Tatsache, dass z.B. in Amerika keiner siezt. Was wohl daran liegt, dass es keinen Unterschied zwischen Du und Sie gibt im Englischen. Nur vergessen sie anzumerken, dass das englische "You" dem deutschen "Sie" entspricht und das altenglische "Thou" für "Du" verdrängt wurde. Aber mit solchen Kleinigkeiten kann man die BILD nicht beeindrucken...
Ich für meinen Teil wünsche IHNEN meine geehrten Leser, dass SIE noch einen angenehmen Abend erleben. Und dass SIE dem Sommerloch ausweichen können...
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Politik for Dummies | Montag, 17. Juli 2006 |
Rheinland-Pfalz ist zur Zeit ein Magnet, jedenfalls für Studierende. Weil rundherum alles schwarz, will sagen, CDU-regiert ist, fliehen die Studenten aus Hessen, dem Saarland, BaWü und NRW in das schöne, gebührenfreie Rheinland-Pfalz. Weil dies natürlich eine ungeheure Belastung für die Unis des Landes darstellt und die Länder, aus denen die Studenten fliehen, sicherlich deren Ausbildung woanders nicht finanzieren, hat man in Mainz zur Notbremse gegriffen und Gebühren eingeführt für all diejenigen, die von außerhalb kommen. Jeder, der nach Rheinland-Pfalz zieht, kommt dagegen in den Genuss der Gebührenfreiheit.
Das regt, wen wunderts, die CDU auf. Sie spricht, man höre und staune, von einem Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Liebe Frau Schavan, sie haben da was missverstanden: Die Studienflüchtlinge nach Mainz und Co. werden gleich behandelt, nämlich genau so, als wären sie nicht geflohen, ist doch logisch. Erst unsoziale Studiengebühren festlegen und dann sich über die mangelnde Sozialgaben anderer aufregen, so geht das auch nicht. Man kann es Mainz nicht verdenken, dass es keine Lust hat, zehntausende Studenten aufzunehmen, die die Herkunftsländer dann weniger kosten und dafür keinen müden Cent zu bekommen. Insofern täten es die Regierungen der Nachbarländer eher gut daran, ihre Kassier-Mentalität zu überdenken als sich aufzuregen, dass einer ihrer Nachbarn noch weiß, was sozial ist...
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| Montag, 17. Juli 2006 |
Auf ARTE lief heute abend ein Themenabend über den spanischen Bürgerkrieg, mit einer sehr interessanten Dokumentation über Franco und eine über den Verlauf des Krieges. Wenn man diese Bilder sieht und die Geschichte hört, wird einem klar, dass die Niederlage der Demokratie in Europa bereits 1936 ihren Beginn nahm und nicht erst mit ihrer Auslöschung in weiten Teiles des Kontinents durch Hitler und Konsorten. Zu diesem Zeitpunkt, als eine gewählte und rechtmäßige Regierung von rechten, faschistischen, monarchistischen und (nicht zu vergessen) katholisch-klerikalen Kräften attackiert wurde, als ihre eigene Armee gegen sie verwandt wurde, musste jedem klar sein, welches Schicksal den meisten demokratischen Ländern Europas drohen würde.
Vernichtender als der Putsch gegen die republikanische Regierung war für die Demokratie nur "Appeasement", die Reaktion Frankreichs und Großbritanniens, der beiden großen noch demokratischen Länder. Um sich selbst nicht in Gefahr zu bringen (und in Frankreich wegen des Widerstands der, wen überraschts, katholischen Kirche), beschlossen sie, dass man sich nicht einmischen sollte. Während also deutsche und italienische Waffen ganze Städte in Schutt und Asche legten, drehten Frankreich und die Briten Däumchen. Allein die UdSSR schickte Waffen und Munition, was für erstgenannte eine weitere Ausrede war, der demokratischen Regierung nicht beizustehen.
Der spanische Bürgerkrieg und seine Reaktionen waren die Bankrotterklärung der Demokratie. Man mag spekulieren, ob ein Eingreifen der großen Demokratien den 2. Weltkrieg früher beginnen lassen hätte, aber das ist kein Punkt. Womöglich schon, aber das wäre kaum vernichtender gewesen. Ich bin kein Historiker, aber ich persönlich denke, dass Nazi-Deutschland 1936/37 noch keinen Krieg mit den Allierten riskiert hätte, vor allem nicht für Franco. Selbst wenn sie es getan hätten, so wären, die Allierten wohl stärker dagestanden im folgenden Krieg, mit 2/3 Spaniens auf ihrer Seite.
Solche Gedanken kommen einem, wenn man sich mal mit den weniger bekannten Kriegen und Konflikten des letzten Jahrhunderts auseinandersetzt. Hoffnung bleibt, dass die Welt daraus lernt und zukünftigt Demokratie entschiedener verteidigt. Denn bisher wurden Werte oft genug wirtschaftlichen oder politischen Interessen unterstellt...
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Die Welt ist Rund | Samstag, 15. Juli 2006 |
Die Urteile sind gefallen, die Entscheidung getroffen. 3 Clubs müssen aus der Serie A absteigen, nur in die zweite Liga jedoch, aber trotzdem eine Strafe. Juventus darf die Liga mit -30 Punkten anfangen und 2 aberkannten Titeln starten, ACF Fiorentina darf die zweite Liga mit -12 Punkten anfangen, Lazio, der Dritte im Bunde, mit -7 Punkten. Das klingt weniger als es hätte sein sollen, insbesondere weil Milan in der ersten Liga bleiben darf. Aber genau betrachtet, ist es ein Fortschritt:
Lange Zeit hat sich der italienische Fußball als unfähig erwiesen, sich selbst zu heilen. Jetzt haben sie es, trotz des WM-Titels, geschafft, Konsequenzen zu ziehen. Juve muss in der zweiten Liga 10 Spiele gewinnen um auf 0 Punkte zu kommen, Fiorentina 4, Lazio 3 (um über 0 zu kommen). Milan darf zwar in der ersten Liga bleiben, kriegt aber einen Malus von 15 Punkten, sowie rückwirkend 44 Punkte abgezogen, was die Teilnahme des Berlusconi-Clubs an europäischen Wettbewerben verhindert.
Unklar ist, was mit den Spielern geschieht. Einige haben ihren Weggang bekundet, Fabio Cannavaro z.B. wird Juve verlassen. Alessandro Del Piero hat als einziger bekundet, dass "ein Kavalier seine Dame nicht verlässt", er wird dem Club treu bleiben. Respektable Entscheidung.
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Wide (and) Wild Web | Freitag, 14. Juli 2006 |
Mir war langweilig, also hab ich mal wieder gecheckt, wieviel mein Blog angeblich wert sein soll:
Toll oder? Wer zahlt mir 1000€ dafür? Ich warte auf Angebote^^
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Politik for Dummies | Freitag, 14. Juli 2006 |
Wundert es jemanden? Die CSU hat, angesichts der vernichtenden Bildungsergebnisse beschlossen, dass sie alles richtig gemacht zu haben. Darauf hingewiesen, dass es ziemlich mies aussieht dafür dass sie alles richtig gemacht hätten, meinte Siggi Schneider, dass sie ja jetzt reformiert hätten. Stellt sich mir die Frage, welche Partei dann schuld war, dass es reformbedürftig war...welche Partei regiert seit Urzeiten im Freistaat? Schwere Frage...
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Thinking versus Believing | Donnerstag, 13. Juli 2006 |
Interessanterweise hat Solon auch 10 Gebote verfasst. Nur welche, die auch Sinn machen:
- Vertraue gutem Charakter mehr als Versprechen.
- Lüge nicht.
- Tue Gutes.
- Muss man nicht kommentieren...
- Sei nicht hastig darin, neue Freunde zu gewinnen, aber wenn du sie gewonnen hast, wende dich nicht von ihnen ab.
- Viele Leute machen schnell "Freunde". Aber wie Solon es ausdrückt, wer sich Freunde mit Umsicht und Geduld macht, der wird auch an ihrer Seite stehen.
- Lerne zu gehorchen bevor du befiehlst.
- Das ist natürlich kein Aufruf zu Unterdrückung oder simpler Befehlshörigkeit. Aber wer niemals selbst bewiesen hat, dass er seine Wünsche hinter die Gemeinschaft zurückstellen kann, dessen Aufforderunge an andere, selbiges zu tun, werden unwirksam sein.
- Wenn du Rat gibst, rate nicht zu dem, was am Angenehmsten ist, sondern zu dem, was am Sinnvollsten ist.
- Viele Leute, tendieren dazu, Ratschläge danach zu erteilen, was der andere gerne hören will. Doch nur wahre Freunde geben die Ratschläge, die auch unangenehm sein könnten.
- Mache die Vernunft zu deinem Oberbefehlshaber.
- Wenn du handelst, überlege bevor du es tust und tue das, was vernünftig ist. Mache dir vorher klar, welche Folgen dein Handeln haben kann und unterlasse solches, welches keinen Sinn macht.
- Verbünde dich nicht mit Leuten, die Schlechtes tun.
- Der Feind meines Feindes kann auch mein Feind sein. Arbeite nur mit solchen Leuten, wenn nichts anderes möglich ist.
- Respektiere die Götter.
- Auch wenn es komisch erscheinen mag, ich stehe auch hinter diesem Satz. Man muss ihn nur verstehen: Solon meint nicht, dass Götter existieren oder dass man diese ehren soll. Sondern, dass man respektiert, dass andere Götter haben könnten. Nicht zu verwechseln ist Respekt mit Akzeptanz oder mit Schutz vor Kritik.
- Nehme Rücksicht auf deine Eltern.
- Solon verwendet nicht die christlichen "Ehren" Begrifflichkeit, mit Absicht. Die Eltern verdienen Rücksicht, aber eine blinde, kritiklose Verehrung, wie es das Christentum zum Teil kennt, ist nicht Solons Ziel.
Wer gut englisch kann, kann hier einen Vergleich zwischen den christlichen 10 Geboten und Solons 10 Geboten lesen. Ist lesenswert finde ich.
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Politik for Dummies | Donnerstag, 13. Juli 2006 |
Heribert Prantl hat in der heutigen SZ einen schönen Vergleich getroffen, der so einleuchtend ist, dass ich dies mal übernehmen müsste. Man stelle sich die Bürgerrechte vor wie in einer Sanduhr...nein, ich mals besser mal auf:

Also, diese Zeichnung stellt es gut da. Das ist so simpel, "das versteht sogar ein Thunfisch", um Donald Duck zu zitieren. Mit dem 11. September traten die Bürgerrechte hinter die Gefahrenabwehr zurück, die alles rechtfertigte: Die Körner flossen langsam aber sicher heraus und die Sanduhr lief ab. Natürlich ist die Skizze oben übertrieben, aber womöglich vorstellbar. Eigentlich sollten 5 Jahre nach der Schaffung diverser Sonderrechte für den (durch die Justiz nicht kontrollierten) Geheimdienst diese wieder aufgehoben werden, die Sanduhr sollte wieder umgedreht werden, so dass die Eingriffsrechte zurück in die Bürgerrechte fließen. Mit dem "Terrorismusbekämpfungsergänzungsgesetz" wird diese Umdrehung aber verhindert, mehr noch, der Sand soll schneller fließen. Ungehemmt treibt die Regierung, der, wie ich bedauere, auch die SPD angehört, Regelungen voran, die es dem Geheimdienst erlauben, Polizeiaufgaben auch jenseits der Drogenkriminalität zu übernehmen. Wenn aber jedoch der Geheimdienst die Rechte der Polizei bekommt, deren Pflichten und Kontrolle aber nicht, dann ist die Gefahr einer geheimen Polizei groß. Die Überschrift mag krass sein, aber schon Göring wusste, dass das Volk mit Hinweis auf die Bedrohung durch Innen oder Außen viele Einschränkungen ihrer Rechte in Kauf nimmt. Wollen wir also hoffen, dass die Politik aus der Geschichte gelernt hat und endlich begreift, wieso die BRD eine strikte Trennung von Polizei und Geheimdienst kennt...oder kannte, wie man fast schon sagen muss.
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Politik for Dummies | Donnerstag, 13. Juli 2006 |
...hast du Bildung. Schwarz auf weiß steht es jetzt in einem Bericht der bayerischen Staatsregierung. Nach den offiziellen Zahlen ist das Level an Bildung direkt proportional zum Geldbeutel der Eltern, und das seit Jahrzehnten unverändert. Nebenbei belegen diese Zahlen auch, dass Kinder mit Migrationshintergrund viel zu oft auf Hauptschulen "abgeschoben" werden, vor allem auf dem platten Land. Dort sieht es mit Schulen eh schlimm aus. Während in München 50% eines Jahrgangs aufs Gymnasium wechseln, sind es in Rottal am Inn z.B. nur 22%. Die Antworten der Staatsregierung sind bekannt: Büchergeld, Studiengebühren, G8. Die Sache ist halt nur, dass diese Antworten nicht auf die Probleme passen...
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Die Welt ist Rund , Politik for Dummies | Mittwoch, 12. Juli 2006 |
Ich bin ja, wie die meisten wissen, kein Italiener, sondern Deutscher, beziehe jedoch, aufgrund meiner Abstammung, bei Länderspielen lieber die italienische Position. Das ist ja nichts verwerfliches, ich fiebere ja auch gern mit Deutschland, solange sie nicht gegen Italien spielen. Eigentlich kann ich mich also nicht für Roberto Calderoli schämen, als Nichtitaliener. Da ich aber Demokrat mit italienischer Abstammung bin, tue ich es trotzdem.
Eben jener Calderoli, ehemaliger Minister unter Berlusconi am rechten Rand, sagte nämlich, Frankreich habe eine Mannschaft aus "Negern, Moslems und Kommunisten" (alles drei gleich schlimm wohl) aufgestellt, damit sie gewinnen können. Und die glorreichen Italiener hätten nur mit Spielern gespielt, die aus den Regionen Italiens stammen. Also wirklich, was ein Schwachsinn. Nicht nur dass Mauro Camoranesi Argentinier ist, Marcello Lippi, Italiens Coach, ist bekennender Sozialist und würde damit auch ins "Kommunisten=böse" Schema dieses...Typen fallen. Wenn er mehr als schwarz und weiß sehen könnte. Manchmal frage ich mich wirklich, wie dumm ein Mensch sein kann, dass er solchen Unsinn verzapfen kann. Und solche Leute unterstützte noch knapp halb Italien in der letzten Wahl (mit). Armes Land, wenn manche sowas für nötig halten.
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Politik for Dummies , Thinking versus Believing | Mittwoch, 12. Juli 2006 |
Dieser Tage begab es sich, abseits von FIFA und WM, dass das OLG Stuttgart sich mit dem gesetzlichen Verbot befassen durfte, dass in BaWü Lehrern das zur Schau stellen ihrer Religion verbietet. Korrekterweise hat das Gericht festgestellt, dass an diesem Verbot nichts zu rütteln gebe. Jedoch, und das stört die Landesregierung, hat es ebenfalls festgestellt, dass man es dann nicht anwenden dürfe, wenn man es unter Missachtung von Art. 3 GG tue. Namentlich: Wenn man einer moslemischen Lehrerin das Kopftuch verbieten wolle, Nonnen als Lehrerinnen aber die Tracht erlaube. Auch das ist korrekt. Die Regierung in Stuttgart hat darauf lautstark mitgeteilt, dass sie sich beschweren wolle. Weil katholische Klientelpolitik, die einseitige Bevorzugung der Nonnen sei ja wohl gerecht (wer's glaubt). Bundesbildungsministerin Schavan, die das Gesetz seinerzeit durchgebracht hatte, findet das Kopftuch gehöre verboten, weil es eine Unterdrückung der Frau repräsentiere. Abgesehen davon, dass die betreffende Lehrerin freiwillig zum Islam konvertiert ist, muss man sich fragen, wieso für Frau Schavan die Nonnentracht nicht das selbe repräsentiert. Nur noch die Burka verhüllt Frauen noch mehr aus religiösen Gründen. Aber natürlich fehlt ihr dazu als Katholikin die Einsicht, verständlicherweise, da es ja eine Sache ist, die man so kennt. Nur die Bundesrichter haben mehr als einmal schon festgestellt, dass das vollkommen wurscht ist und der Staat dürfe keine Bevorzugung einer Religion, egal aus welchen Gründen, zulassen. Hoffen wir, dass sie auch diesmal hart bleiben.
Ute Vogt, die SPD-Vorsitzende des Landes, ist derweil versucht, Stimmen im katholischen Lager zu fischen. Anstatt die Ungleichbehandlung zu kritisieren fordert sie die Ungleichbehandlung in Form einer Ausnahmeregelung im Gesetz zu zementieren. Wenn sie damit durchkommt, wird das Gesetz sicher kassiert. Aber auch so muss ich sagen, dass sie da Mist baut. Es gilt halt, dass auch ein SPD-Mitglied die Weisheit nicht gepachtet hat...
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Politik for Dummies | Mittwoch, 12. Juli 2006 |
Geld! Geld! Geld! Alle wollen nur Geld. Diese Erfahrung macht jetzt Edmund Stoiber. Der Freistaat muss mehr Geld ausgeben, um die Nöte zu befriedigen, aber Stoiber und sein Finanzknappe Faltlhauser bestehen darauf, eine schwarze Null zu sein äh zu halten. Also ist nichts mit Wahlgeschenken, blöd nur, dass auch Otto-CSU-Wähler hin und wieder nicht CSU wählt, wenn jene ihm nichts schenkt. 7 neue Sozialpädagogen für ganz Bayern, wenn man das schon feiern muss, dann fehlt wirklich was. Aber Kurti hat ja eine kreative Idee: Bedenkend, dass die Staatsfinanzen nur bis zur nächsten Wahl im Lot gehalten werden müssten, dachte er sich, dass man ja das Tafelsilber oder dessen Reste noch verscherbeln könnte. 1 Milliarde in e.on Aktien zum Beispiel. Damit kommt man noch über die nächsten zwei Jahre und kann noch einmal genug Geschenke für die Wahl austeilen. Bleibt nur noch die Frage, was man verkaufen soll, wenn man nichts mehr hat...aber das ist König Edmund dann ja wurscht, 2014 wird er kaum mehr zur Wahl antreten. Eine schwarze Null rechtfertigte er damals damit, die zukünftige Generation nicht belasten zu wollen. Die Tatsache, dass Einsparungen bei der Bildung z.B. mehr schaden die Schulden, die eine gute Finanzierung kosten würde, das hat die CSU auch nicht bedacht.
Die Staatsregierung fährt, wie Sebastian Beck es in der SZ so schön sagt, mit Reservetank und 2008 ist auch der letzte Tropfen verbraucht.
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Die Welt ist Rund | Dienstag, 11. Juli 2006 |
Ja, er hört auf. Klinsmann, nur kurz Bundestrainer, hat aus der deutschen Gurkentruppe eine stattliche WM-Truppe geformt und einen respektablen dritten Platz erzielt. Eine junge Mannschaft, der viele, auch ich, für 2008 und 2010 höheres zugetraut haben. Ob es soweit kommt, ist jetzt zweifelhaft. Mit dem Abgang Klinsmanns, fällt auch dasjenige weg, was die Mannschaft zusammengehalten hat, so nehme ich jedenfalls an. Man weiß zwar nicht, ob es wirklich soweit kommt oder ob sie auch ohne Klinsi erfolgreicht sein können, aber es mag bezweifelt werden. Schade eigentlich, denn zum ersten Mal war wieder ein Mann Trainer, den man bewundern konnte (nicht nur, aber auch aufgrund seines BILD-Boykotts).
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Die Welt ist Rund | Dienstag, 11. Juli 2006 |
Eine Geschichte wird der vergangenen WM noch ne Weile anhängen, nämlich was Marco Materazzi zu Zidane gesagt habe, bevor dieser ausgeflippt ist. Bekannt ist ja jetzt, dass Zidane ihn von oben herab behandelt habe, worauf Materazzi ihn mit einer, wie er sagt, nicht besonderen Beleidigung bedachte. Nichts dran ist jedoch wohl an Behauptungen, er hätte Zidanes Mutter beleidigt (ein Gedanke, der undenkbar ist, bedenkt man, dass Materazzi seine Mutter mit 14 verloren hat und allgemein bekannt nichts höher schätzt als Mütter). Bleibt die Frage, was sonst. Warten wir es ab, wenngleich ich bezweifle, dass es je ans Licht kommt. Es gibt keine Zeugen, Zidanes Wort würde gegen Materazzis stehen, wenn beide aussagen würden, was genau geschehen ist. Der eine, Zidane, würde natürlich eine Version liefern, die Italien im schlimmsten Fall den Pokal kostet. Der andere, Materazzi, würde wohl eine liefern, die nichts daran ändert. Nur wer dann die Wahrheit sagt, dass wäre in dem Fall nicht herauszufinden. Also abwarten, auch wenn es sich nicht klärt. Lieber keine Klärung als Spekulationen, die sich danach als falsch herausstellen.
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Politik for Dummies | Dienstag, 11. Juli 2006 |
...das können wir nicht annehmen. Jedenfalls noch nicht.
So oder so ähnlich muss sich das die Landtags-CSU gedacht haben. Weil sie nämlich blind Hauptschulen schließen will, hat die Landtags SPD einen Antrag eingebracht, doch Haupt- und Realschulen auf dem Land zu Regionalschulen zusammenzuschließen, damit in Zukunft auch jedes noch so kleine Dorf auch weiterhin in akzeptabler Reichweite eine Schule bieten kann. Das passt aber der CSU nicht ins Sparkonzept, das riecht auch nach Gesamtschule, diesem Teufelswerk, dem alle anderen Länder der Welt anhängen. Aber nicht mit Bayern, da gibt es nur gottgefällige Dreigliedrigkeit. Schon die Ganztagsschulen hat die CSU mit Getöse abgelehnt, um sie dann unter eigenem Namen (G8) doch einzuführen. Mit dem SPD-Vorschlag wird wohl das selbe geschehen. Es würde mich nicht wundern, wenn das SPD-Logo noch auf dem CSU-Antrag stehen würde, der in den nächsten Monaten zu erwarten ist. Wäre nicht das erste Mal, dass die CSU einen abgelehnten Antrag der Opposition 1:1 kopiert als eigenen wieder einbringen würde...
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