Geschrieben von SoWhy in
Politik for Dummies , Thinking versus Believing | Dienstag, 6. Juni 2006 |
Ähdmund Stoibähr hat eine neue, glorreiche und kreative Idee! Weil ja das Land keine anderen Probleme hat (Studiengebühren, Transrapid, G8, um nur einige zu nennen), will er, zusammen mit der katholischen Mafia Kirche, ihren protestantischen Gegenstück, der jüdischen und selbst der moslemischen(!) Gemeinde den Staat mehr in die Pflicht nehmen. Bei was? Bei der Verfolgung unliebsamer Meinungen, sog. "Blasphemie"! Genial oder? Dazu soll das Relikt im Strafgesetzbuch, der §166 StGB, der sowieso unpassend ist für eine freie Gesellschaft, erweitert werden. Während also jeder, der die Meinungsfreiheit schätzt und Religion als Privatsache erkennt, diesen unsäglichen Paragraphen abschaffen will, will die CSU, gestützt von den entsprechenden Verbänden, diesen ausbauen. In Zukunft sollen dann nach König Edmunds Willen alle verfolgt werden (von der kaputtgesparten Justiz, die jetzt schon zuwenig Leute für die wirklichen Verbrechen haben), die sich "blasphemisch" (lese: negativ) über eine der größeren Religionen äußern. Dass diese Politik gegen alle Werte geht, die das GG vorzeigt, dass ist ja dann egal (Man zitiere Art 3 III GG: (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.) Doof nur, dass eine Verfolgung bestimmter "Blasphemien" genau das wäre, nämlich eine Bevorzugung. Aber was solls, ich gründ halt dann meine eigene Religion. In dieser ist das Tragen von Krawatten eine "blasphemische" Handlung und jeder, der eine Krawatte trägt, beleidigt meinen Glauben. Meinen Sie, König Edmund würde das respektieren? Oder würde sich nicht eher nur offen zeigen, dass dieser Vorstoß nur ein weiterer Versuch ist, die großen Kirchen zu bevorzugen...zum Glück ist das nur eine der üblichen Schnapsideen um im Gespräch zu bleiben.