Geschrieben von SoWhy in
Politik for Dummies | Montag, 24. April 2006 |
Es war einmal, vor gar nicht langer Zeit, da geschah in Potsdam ein gar schreckliches Verbrechen. Zwei böse Männer schlugen einen anderen Mann nieder. Zufällig waren die beiden von weißer Hautfarbe und der Zusammengeschlagene schwarz. Und weil Erstere Letzteren auch noch auf ganz schlimme Art beschimpft haben, vermutete der Kay, das ist der Oberstaatsanwalt von ganz Deutschland, dass die beiden erstgenannten Rechtsextreme waren. Klingt logisch. Also beschliesst der Kay, weil er der oberste Super-Anwalt des Landes ist, die Ermittlungen an sich zu ziehen. Um allen zu zeigen, dass wenn jemand hierzulande fremdenfeindlich handelt, dann steht er damit ziemlich allein da. Das unterstützen wir ja auch alle. Nun findet das der Jörg aber nicht so toll. Der sagt, der Kay, der übertreibt und will daraus ein Politikum machen. Und natürlich will der Kay SEIN Brandenburg, also das vom Jörg, stigmatisieren als Hort rechter Gewalt. Also bläht er einen simplen Verwaltungsakt vom Kay (nämlich das Übernehmen der Ermittlungen) so auf, dass die Zeitungen und Medien tagelang was zum Schreiben haben. Der Kay wiederum lässt sich das nicht gefallen. Er sagt dem Jörg, er würde nur stören. Verständlich. Und der rollende Wolfie, der Koffer-Schäuble, hat währenddessen gemeint, dass auch blonde, blauäugige von zusammengeschlagen werden. Der Wolfgang hat halt ein spezielles Deutschen-Bild. Fast wie die braunen Horden, die sich hin und wieder ans Tageslicht trauen um festzustellen, dass sie jedes mal 1:20 in der Minderheit sind. Mindestens. Und der Wolfgang hat auch noch nicht zugegeben, dass dieser Vergleich, gelinde gesagt, Scheiße war. Nur relativiert. Fehler eingestehen ist halt schwer.
Und bei all dem Streit um Kompetenzen und Politikum vergessen sie mal wieder das Grundproblem. Ein bedauerlicher Einzelfall war es dann doch. Für Potsdamm vielleicht...aber wenn man die heutige SZ mal liest, stellt man fest, dass es Gegenden in diesem Land gibt, in denen das viel zu oft geschieht. Man sollte durch diesen Fall, auch wenn er keine fremdenfeindliche Hintergründe hatte, zum Anlass nehmen, endlich sich daran zu machen, rechte Gewalt nicht als Einzelfälle zu klassifizieren. Aber Jörg und Wolfgang und die anderen streiten lieber um Zuständigkeiten. Das ist viel einfacher...