Jetzt haben wir es schwarz auf weiß. Nach PISA sagt nun auch die UN, in diesem Falle ihr Beauftragter für Bildung, ganz klar: So wie in Deutschland die Bildungspolitik abläuft, das geht nicht. Migranten und Leute aus ärmeren Familien werden benachteiligt, 10jährige sollen bereits über ihr Leben entscheiden, wenn sie (meist willkürrlich) auf drei Schulsysteme verteilt werden. Die Lösung hat der Experte auch parat: Mehr Kompetenz des Bundes, gleiche Verhältnisse zu schaffen. Aufhebung des dreigliedrigen Schulsystems. Mehr Mittel für Bildung und Pädagogen.
Zwangsläufige Reaktion der Union: Systematisches Geheule, dass der Typ ja gar keine Ahnung hätte. Da haben sie ihm nur Musterschulen gezeigt und trotzdem erkennt er die Vorteile des Bildungsföderalismus nicht. Der Gedanke, dass es einfach keine Vorteile gibt, wenn 16 Länder ihr eigenes Süppchen kochen, der ist in der Union nicht angekommen. Auch nicht, wenn man sie drauf hinweist, dass kein Land, dass gute Noten bekommt, in PISA und in UN-Tests, ein solch verrücktes Schulsystem hat. Oh nein, da wird gejammert, denn für die Union wäre es eine historische Niederlage ihre Verteidigung des dreigliedrigen Schulsystems aufzugeben und einzusehen, dass es nicht funktioniert.
Diesen Unbelehrbaren hat man auch schon PISA gegeben und Statistiken gezeigt, die ihnen ihre Fehler aufzeigen. Nur geholfen hat das nichts. Daher wird auch die UN Studie, die das nur wieder bestätigt, genauso viel Effekt haben. Nämlich gar keinen. Denn Protektionismus ist manchmal stärker als die Vernunft es erlaubt. Schade um das Land.